Die neuen Jurymitglieder stehen fest

Kulturakademie Tarabya © Baris & Elif

Die neuen Jurymitglieder der Kulturakademie Tarabya stehen fest: Der Beirat der Kulturakademie hat Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig in Köln, sowie Esra Küçük, Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung, einstimmig für zwei Jahre in die Jury berufen. Weitere Mitglieder sind die Filmemacherin und Produzentin Feo Aladag, der Islamwissenschaftler und Journalist Rainer Hermann sowie die Jazzpianistin Julia Hülsmann. Verabschiedet wurden nach ihrem langjährigen Engagement in der Jury der Kulturakademie Tarabya die Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters Shermin Langhoff und der ehemalige Leiter der Berliner Festspiele und Schriftsteller Joachim Sartorius.

 

Dr. Yilmaz Dziewior

Yilmaz Dziewior © Albrecht Fuchs

Seit dem 1. Februar 2015 ist  Dr. Yilmaz Dziewior Direktor des Museum Ludwig in Köln.
Yilmaz Dziewior leitete von 2009 bis 2015 das Kunsthaus Bregenz (KUB), das im Ausstellungsbetrieb zeitgenössischer Kunst eine führende Rolle in Europa spielt. Für die Kunst-Biennale Venedig 2015 kuratiert Yilmaz Dziewior als Kommissär den Beitrag im österreichischen Pavillon. Vor seiner Tätigkeit in Bregenz war er acht Jahre Direktor des Kunstvereins in Hamburg und lehrte parallel als Professor für Kunsttheorie an der dortigen Hochschule für bildende Künste.

Seine aktuelle Wirkungsstätte ist Dziewior gut bekannt. Von 1996 bis 1999 arbeitete er als freier Mitarbeiter schon einmal für das Museum Ludwig. 1997 realisierte er dort als Kurator ein Projekt mit Sarah Lucas und war 1999 verantwortlich für den zeitgenössischen Teil der Ausstellung „Kunstwelten im Dialog. Von Gauguin zur globalen Gegenwart“.

Dziewiors Texte erschienen regelmäßig „Artforum“ (New York), „Camera Austria“ (Graz) und „Texte zur Kunst“ (Berlin). Er hat über 50 Bücher und Kataloge zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts herausgegeben und für Institutionen wie Stedelijk Museum Amsterdam, Hamburger Kunsthalle, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, und Museum of Contemporary Art, Los Angeles, Katalogbeiträge verfasst.

Seine Arbeit zeichnet sich durch ein dezidiertes Interesse an gesellschaftlichen Fragestellungen aus, wobei in diesem Zusammenhang besonders seine Beschäftigung mit identitätspolitischen und kulturellen Zuschreibungen hervorzuheben ist. Vor diesem Hintergrund hat er sich vermehrt mit Künstlerinnen und Künstlern aus Afrika (Bodys Isek Kingelez, Pascale Marthine Tayou), Lateinamerika (Diango Hernandez, Cildo Meireles, Gabriel Orozco) und Asien (Ai Weiwei, Danh Vo, Haegue Yang) in großen Einzelausstellungen beschäftigt.

Yilmaz Dziewior verfolgt einen interdisziplinären Ansatz,  der vor allem bei Ausstellungen und Projekten über Architektur (Arno Brandlhuber, raumlabor Berlin, Kuehn Malvezzi, Eckhard Schulze-Fielitz) sowie Theater- und Tanz (René Pollesch, She She Pop, Yvonne Rainer) sichtbar wird. Eine Grundprämisse seiner Vorgehensweise ist die Analyse des jeweiligen Kontextes, die sowohl in seinen experimentellen Formaten „Hier & Jetzt im Museum Ludwig“ als auch in den Projekten der KUB Arena in Bregenz wie in seiner Insert-Reihe für den Hamburger Kunstverein zum Ausdruck kommt.

In den letzten 20 Jahren hat Yilmaz Dziewior unter anderem mit Yael Bartana, Cosima von Bonin, VALIE EXPORT, Harun Farocki, Andrea Fraser, Wade Guyton, Barbara Kruger, Paul McCarthy und Ed Ruscha bei großen Einzelausstellungen zusammengearbeitet. Zu seinen Gruppenausstellungen zählen „Formalismus. Moderne Kunst, heute“, „This Place is My Place – Begehrte Orte“, „Wessen Geschichte“, „So machen wir es. Techniken und Ästhetik der Aneignung“, „Liebe ist kälter als das Kapital“ und „Wir nennen es Ludwig“.

Seit August 2019 ist Dr. Yilmaz Dziewior Mitglied der Jury der Kulturakademie Tarabya.

 

Esra Küçük

Esra Kücük © Jesco Denzel

Esra Küçük ist Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung, eine gemeinnützige Stiftung, die translokale Kunst-, Kultur- und Bildungsprojekte in Europa und im Mittelmeerraum initiiert und fördert. Esra Küçük ist Hamburgerin,  Sozialunternehmerin und Politikwissenschaftlerin mit einem deutsch-französischem Doppeldiplom der Universitäten Münster und Sciences Po in Frankreich. Nach Stationen bei der Stiftung Mercator, dem Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration sowie der Humboldt-Universität zu Berlin leitete sie das von ihr initiierte deutschlandweite Bildungsprogramm Junge Islam Konferenz. Die Idee dazu entwickelte sie, um jungen Menschen ein Forum für Austausch und eine institutionalisierte Stimme in der politischen Debatte rund um das Thema Antimuslimischer Rassismus, Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland zu bieten.  In den letzten Jahren beschäftigt sie sich mit den Zukunftsfragen einer Gesellschaft im Wandel und setzt auf eine chancenorientierte Begegnung mit gesellschaftlichen Diskursen.

Am Maxim Gorki Theater arbeitete sie als Mitglied des Direktoriums drei Jahre lang an der Entwicklung von Erzählungen für eine vielfältige Stadtgesellschaft und schuf mit dem Gorki Forum einen Ort  für diese Auseinandersetzung an der Schnittstelle von Kultur, Wissenschaft und Politik.

Sie hat folgende Positionen inne: Aufsichtsratsmitglied Thalia Theater, Leiterin des Freundeskreises des Maxim Gorki Theaters gemeinsam mit André Schmitz-Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Das Deutsche Haus e.V. zur Gründung eines Haus für die Künste im Exil in Berlin“, Mitglied des künstlerischen Beirates BTHVN 2020 (Beethoven Jubiläum), Beiratsmitglied im Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, Gründungsmitglied Initiative Offene Gesellschaft e.V., Deutsche Postcode Lotterie Mitglied des von Rita Süssmuth geleiteten Beirats, Vorsitzende des Beirats Kiron Higher Education (Hochschulplattform für Geflüchtete), Vorsitzende des Beirats Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung, Mitglied im Erweiterten Vorstand Deutsch Plus e.V. – Initiative für eine plurale Republik.

Seit August 2019 ist Esra Küçük Mitglied der Jury der Kulturakademie Tarabya.