ZUHAUSE | Tarabya-Stipendiat*innen im Video-Interview

Vier Künstler*innen haben die Zeit des Corona-Lockdowns an der Kulturakademie Tarabya verbracht. Sie sprechen über Begrifflichkeiten von HEIMAT und ZUHAUSE.

Tarabya-Stipendiatin Mehtap Baydu: „Frauen bringen ihr ganzes soziales Leben in ihrem Zuhause unter, sie pressen es in ihr Zuhause hinein. Während das Zuhause einerseits geschlossen und vor der Außenwelt geschützt ist, unterscheidet es sich andererseits nicht von der Straße.“

Tarabya-Stipendiat Anıl Eraslan: „Wir haben ein Konzept von Zuhause und jedes Mal, wenn wir dort ankommen, empfinden wir eine Art inneren Frieden. Überall, wo ich hingehe, zum Beispiel, wenn ich in ein neues Land fahre, das ich noch nie gesehen habe, dessen Sprache ich gar nicht kann, fange ich dort an, wie ein Architekt jenes Zuhause zu errichten. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort.“

Tarabya-Stipendiatin Ezgi Kılınçaslan: „Ich fühle mich sowohl hier zu Hause als auch nirgendwo. Du öffnest eine Schublade und begegnest einer Menge Sachen, die du vergessen hast. Das ist also ein bisschen Zuhause. Für einen Menschen also.“

Tarabya-Stipendiat Tamer Yiğit: „Mit sechs Jahren lief ich fast wie eine Musikbox herum. Natürlich fangen deutschtürkische Jungs mit 6-7 Jahren auf der Straße abzuhängen. Ich sagte: Ich will weder Drogen verkaufen noch Bandenkämpfe führen, sondern die Welt verändern. Ohnehin hat alles damit angefangen, dass ich sagte, dass ich die Welt verändern wollte. Mit was? Kunst.“

Istanbulberlin in Kooperation mit der Kulturakademie Tarabya.