Moritz Rinke

„Wenn Büchner im Woyzek sagt, jeder Mensch ist ein Abgrund und jede Regenpfütze womöglich auch, dann beglaubigt das der Schriftsteller M. R., der im normalsten Wahnsinn die Mythen des Alltags entzaubert und zugleich eine abgründige Magie der Gegenwart evoziert.“

Peter von Becker

Moritz Rinke wurde in Worpswede geboren. Einige seiner preisgekrönten Geschichten und Essays erschienen unter dem Titel Der Blauwal im Kirschgarten sowie Das große Stolpern. Für sein Stück Der Mann, der noch keiner Frau Blöße entdeckte wurde er 1997 mit dem Literaturpreis des PEN-Club ausgezeichnet und für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert, ebenso wie für Republik Vineta, das zum besten deutschsprachigen Stück 2001 gewählt und 2008 für das Kino verfilmt wurde. Im Sommer 2002 fand in Worms die Uraufführung von Die Nibelungen statt. Rinkes erste Arbeit für den Film September, in dem er auch als Schauspieler debütierte, wurde 2003 zu den Internationalen Filmfestspielen nach Cannes eingeladen. 2010 erschien sein erster Roman Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel, der auf Anhieb ein Bestseller wurde. Sein neuestes Stück Wir lieben und wissen nichts wurde am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt und wird an mehr als dreißig Bühnen gespielt. ZDF/ARTE drehten einen Film mit und über Moritz Rinke.

Rinke war von Mai bis September 2013 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.