Gözde Gazioğlu & Füsun Türetken

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst & Literatur

Gözde Gazioğlu ist Kulturmanagerin und Lektorin, die an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, editorischen Praxen und internationaler Kulturarbeit tätig ist. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen künstlerische Projekte, Publikationsformate sowie der transnationale Austausch zwischen Institutionen.

Sie ist Gründungsmitglied und Co-Vorsitzende von STRÜKTÜR, einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Berlin, der künstlerische und forschungsorientierte Praxen miteinander verbindet. Durch Residenzstipendien und öffentliche Programme fördert STRÜKTÜR den transnationalen Austausch und Rechercheprojekte in der Türkei und darüber hinaus.

Gazioğlu war zuvor in den Bereichen der redaktionellen Produktion, Kommunikation und EU-geförderte Kulturprogramme für verschiedene Institutionen und Organisationen in London und Istanbul tätig – darunter Contemporary Istanbul, İKSV, die SAHA Association und die International Biennials Association. Von 2020 bis 2022 war sie Chefredakteurin der Zeitschrift PASS.

Nach ihrem Abschluss an dem Sankt-Georgs-Gymnasium in Istanbul studierte sie Management und Germanistik am Royal Holloway, University of London, und schloss einen Masterstudiengang in Kunstwirtschaft am Sotheby’s Institute of Art ab. Außerdem absolvierte sie an der Universität Oxford ein Studium in zeitgenössischer Kunst und Literaturtheorie.

Prof. Dr. Füsun Türetken lehrt an der Hochschule für Künste Bremen und an der Königlichen Kunstakademie in Den Haag.

Mit ihrer Dissertation On the Most Powerful Catalyst on the Planet, mit der sie Konflikte und Kapital aus der Perspektive von Metallen untersuchte, promovierte sie an der Goldsmiths, University of London. Ihr Werdegang umfasst Architektur, Stadtforschung und visuelle Kultur, sowie Studienaufenthalte in Deutschland, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Türetken war 2008 Co-Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig und arbeitete ein Jahrzehnt lang als Forscherin, Redakteurin und Kuratorin bei Urban Catalyst, Shrinking Cities, dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin, dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt und Forensic Architecture. Seit 2011 lehrt sie international mit einem transdisziplinären Ansatz für Theorie und künstlerische Forschung.

Zu ausgewählten Publikationen und Ausstellungen zählen „Where they hide the Clouds“ in Acid Clouds, Niels Schrader, Roel Backert (Hrsg.), NAI 010 Publishers, 2024; „Gold. Alchemic Desire“ in Swiss Psychotropic Gold (Christoph Merian Verlag, 2020); „Neodymium Superconductive Lifelines for Metallic Monsters“ in UMBAU (2022); „The Amalgamated Toxicity of Ground Zero“ in Forensis (Sternberg, 2014). „Open for Maintenance“ Deutscher Pavillon Biennale Venedig 2023, „Reparative Futurities“ Künstlerhaus Stuttgart 2023; „Artefact – This Rare Earth: Stories from Below“ STUK Leuven 2018; „Updating Germany“, Biennale Venedig 2008; „Shrinking Cities“ (Tokio, 2007 & Biennale Venedig 2006 & Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig 2005).

Sie ist ebenfalls Gründungsmitglied und Co-Vorsitzende von STRÜKTÜR.

Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken waren von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst & Literatur
© Diana Pfammatter

Gözde Gazioğlu ist Kulturmanagerin und Lektorin, die an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, editorischen Praxen und internationaler Kulturarbeit tätig ist. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen künstlerische Projekte, Publikationsformate sowie der transnationale Austausch zwischen Institutionen.

Sie ist Gründungsmitglied und Co-Vorsitzende von STRÜKTÜR, einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Berlin, der künstlerische und forschungsorientierte Praxen miteinander verbindet. Durch Residenzstipendien und öffentliche Programme fördert STRÜKTÜR den transnationalen Austausch und Rechercheprojekte in der Türkei und darüber hinaus.

Gazioğlu war zuvor in den Bereichen der redaktionellen Produktion, Kommunikation und EU-geförderte Kulturprogramme für verschiedene Institutionen und Organisationen in London und Istanbul tätig – darunter Contemporary Istanbul, İKSV, die SAHA Association und die International Biennials Association. Von 2020 bis 2022 war sie Chefredakteurin der Zeitschrift PASS.

Nach ihrem Abschluss an dem Sankt-Georgs-Gymnasium in Istanbul studierte sie Management und Germanistik am Royal Holloway, University of London, und schloss einen Masterstudiengang in Kunstwirtschaft am Sotheby’s Institute of Art ab. Außerdem absolvierte sie an der Universität Oxford ein Studium in zeitgenössischer Kunst und Literaturtheorie.

Prof. Dr. Füsun Türetken lehrt an der Hochschule für Künste Bremen und an der Königlichen Kunstakademie in Den Haag.

Mit ihrer Dissertation On the Most Powerful Catalyst on the Planet, mit der sie Konflikte und Kapital aus der Perspektive von Metallen untersuchte, promovierte sie an der Goldsmiths, University of London. Ihr Werdegang umfasst Architektur, Stadtforschung und visuelle Kultur, sowie Studienaufenthalte in Deutschland, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Türetken war 2008 Co-Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig und arbeitete ein Jahrzehnt lang als Forscherin, Redakteurin und Kuratorin bei Urban Catalyst, Shrinking Cities, dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin, dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt und Forensic Architecture. Seit 2011 lehrt sie international mit einem transdisziplinären Ansatz für Theorie und künstlerische Forschung.

Zu ausgewählten Publikationen und Ausstellungen zählen „Where they hide the Clouds“ in Acid Clouds, Niels Schrader, Roel Backert (Hrsg.), NAI 010 Publishers, 2024; „Gold. Alchemic Desire“ in Swiss Psychotropic Gold (Christoph Merian Verlag, 2020); „Neodymium Superconductive Lifelines for Metallic Monsters“ in UMBAU (2022); „The Amalgamated Toxicity of Ground Zero“ in Forensis (Sternberg, 2014). „Open for Maintenance“ Deutscher Pavillon Biennale Venedig 2023, „Reparative Futurities“ Künstlerhaus Stuttgart 2023; „Artefact – This Rare Earth: Stories from Below“ STUK Leuven 2018; „Updating Germany“, Biennale Venedig 2008; „Shrinking Cities“ (Tokio, 2007 & Biennale Venedig 2006 & Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig 2005).

Sie ist ebenfalls Gründungsmitglied und Co-Vorsitzende von STRÜKTÜR.

Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken waren von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Open Studios

Datum 19. September 2026
Sparte Open Studio
© Mete Kaan Özdilek

Am 19. September 2026 öffnete die Kulturakademie Tarabya bereits zum zweiten Mal ihre Tore für die Open Studios. Die aktuellen Stipendiat:innen präsentierten Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Schaffen sowie die während ihrer Residenz entwickelten Projekte. Von Performances und partizipativen Formaten über Videoarbeiten bis hin zu Klang- und Archivprojekten bot der Nachmittag Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Rechercheprozesse der Stipendiat:innen.

Achim Lengerer lud gemeinsam mit dem Journalisten Serkan Seymen zu einer partizipativen Listening Session ein, in der Interviews und Klangaufnahmen aus seiner akustischen Recherche zum Ford-Streik von 1973 in Köln zu hören waren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Solidaritäten zwischen als auch Ausschlüsse von migrantischen und nicht-migrantischen Arbeiter:innen in Westdeutschland und die Nachwirkungen dieser Ereignisse über nachfolgende Generationen hinweg.

Die Koproduktionsstipendiatinnen Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken präsentierten mit A House in Kalamış die Geschichte einer dreistöckigen Villa im gleichnamigen Istanbuler Stadtteil , die sich zu einem vielschichtigen Bild der Stadtgeschichte zwischen Osmanischem Reich und Türkischer Republik entfaltet. Namen, Fotografien, Dokumente und Erinnerungen verbinden dabei persönliche und kollektive Geschichte.

Nele Stuhler stellte im Teehaus ihre Arbeit und Recherche vor, die sich spielerisch mit Sprache, Sitzen, Settlement und verschiedenen Formen des Sich-Einfindens auseinandersetzt. Ihre performative Präsentation wurde musikalisch von der Atelier-Galata-Stipendiatin Ruth Kemna begleitet.

Ozan Zakariya Keskinkılıç gab Einblicke in seine poetische Auseinandersetzung mit Schlangen und ihren mythologischen Erzählungen in Istanbul. Ausgehend von der Schlangensäule am Sultanahmet-Platz und den Darstellungen von Medusa bis hin zur Figur der Şahmaran verbindet seine Recherche verschiedene Orte und Geschichten der Stadt. Musikalisch begleitet von Gökçe Uygun, las er Lyrik aus seinem im Oktober erscheinenden Gedichtband binde mich odysseus gleich an die ubahnstange.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan präsentierten eine erste Auswahl aus ihrem Forschungsprojekt Video Topographies: Archiving Ecological and Spatial Injustices. Die während ihrer Residenz entstandenen Videoaufnahmen dokumentieren ökologische Zerstörung, räumliche Transformation, Verdrängung und Alltagsleben entlang des Tigris. Abgerundet wurde ihre Präsentation mit einem Panel zu den Themen Katastrophe, Bild, Raum und Zeugenschaft mit Sema Aslan und Servet Kaplan.

Sven Johne zeigte Ausschnitte aus seinem neuen Video Alina, das er während seines Aufenthalts in Tarabya finalisierte. Das Video wird im Oktober in Frankfurt am Main seine Premiere feiern.

Einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung bot Volkan T error mit einer Live-Präsentation eines Ausschnitts aus The Reconstruction Tapes, einer audiovisuellen Serie über die Geschichte und Gegenwart des Istanbuler Stadtteils Aksaray und die eigene Familiengeschichte. Inspiriert von Mixtapes der 1990er-Jahre verbindet die Arbeit Interviews und Field Recordings mit Beats, Loops, Poesie und elektroakustischen Elementen.

Die Open Studios machten damit nicht nur die Vielfalt der künstlerischen Praktiken der aktuellen Stipendiat:innen sichtbar, sondern auch die unterschiedlichen Wege, auf denen ihre Recherchen während des Aufenthalts mit Orten, Geschichten und gesellschaftlichen Fragen in der Türkei in Verbindung treten.

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