Kunst, Erinnerungsarbeit und staatliche Gewalt – Panelgespräch mit Banu Karaca, Stellan Veloce & Tunay Önder

Datum 13. Januar 2026
Sparte Aktuelles

Am 13. Januar 2026 fand im Depo in Istanbul das Panelgespräch Kunst, Erinnerungsarbeit und staatliche Gewalt mit den Kulturakademie-Stipendiat:innen Stellan Veloce und Tunay Önder sowie der Kulturwissenschaftlerin Banu Karaca statt. Die Veranstaltung brachte Perspektiven aus Wissenschaft und künstlerischer Praxis zusammen, um die Wechselwirkungen von Kunst, politischer Erinnerung und staatlicher Gewalt in Deutschland und der Türkei zu reflektieren.

Ausgangspunkt der Diskussion bildete Karacas Buch The National Frame: Art and State Violence in Turkey and Germany (2021), das anhand zahlreicher Beispiele aus Berlin und Istanbul die enge Verflechtung moderner und zeitgenössischer Kunst mit nationalstaatlichen Machtstrukturen aufzeigt. Den beiden Stipendiat:innen diente die Lektüre als wichtiger Impuls, um eigene Erfahrungen während ihres Aufenthalts in Istanbul kritisch zu hinterfragen.

Im Gespräch wurden historische wie aktuelle Fälle von Zensur, Repression und politischer Einflussnahme auf kulturelle Produktionen thematisiert. Anhand konkreter Beispiele diskutierten die Teilnehmenden, wie Machtverhältnisse bestimmen, welche Stimmen Sichtbarkeit erhalten, und welche marginalisiert bleiben.

Ergänzt wurde das Gespräch durch eine von Karacas Werk inspirierte musikalische Performance von Stellan Veloce und einem literarischen Beitrag von Tunay Önder, die die inhaltlichen Fragestellungen auf künstlerischer Ebene vertieften.

Das Gespräch eröffnete einen differenzierten Austausch über Handlungsspielräume, institutionelle Abhängigkeiten und widerständige Praktiken in der Kunst- und Kulturwelt beider Länder und machte deutlich, wie eng künstlerische Produktion mit gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen verbunden ist.

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