Vertrautheit der Sehnsucht

Sparte

Sound Talk und Listening Party zur Ausstellung

Datum

25. Dezember 2021, 19:00 (MEZ,+ 2 Std.)

Ort

Koli Artspace
Rasimpasa Mh. Yurttas Sk. No:14/A
Kadiköy/İstanbul

Eintritt

Eintritt frei

Link

Ladies on records

Infos zur Veranstaltung

Ausstellung:  17.12.–31.12.2021, 13:00-18:00 Uhr

Sound Talk und Listening Party mit Ladies on Records und DJ İpek: 25.12.2021, 21:00 Uhr

Der musikalische Ausdruck der Sehnsucht und seine Geschichte im Spiegel der Erinnerungen

KOLİ Art Space zeigt in Kollaboration mit dem Goethe-Institut Istanbul vom 17. bis zum 31. Dezember die Ausstellung zum Projekt Vertrautheit der Sehnsucht, das mittels Musik die Geschichten von aus der Türkei nach Deutschland eingewanderten Frauen erzählt.  Am 25. Dezember findet in Kooperation mit der Kulturakademie Tarabya ein Sound Talk und Listening Party statt mit Ladies on Records und İpek İpekçioğlu um  21:00 Uhr im KOLİ Art Space.

Vertrautheit der Sehnsucht erzählt Geschichten von Sehnsucht, persönlichen Umbrüchen und Veränderungen. Begleitet werden diese Lebensgeschichten voller Widrigkeiten und kämpferischer Auseinandersetzungen von Illustrationen und musikalischen Erzählungen. Kornelia Binicewicz (Ladies on Records) hat sich auf die emotionalen Erfahrungen von aus der Türkei nach Deutschland eingewanderten Frauen fokussiert und den Geschichten ihrer individuellen Sehnsüchte Gehör verliehen. Die Lebensgeschichten und musikalischen Erinnerungen der Frauen paaren sich dabei mit jenen Liedern, die ihnen dabei halfen, eine Zeit voller Veränderung und Transformation anzunehmen und zu durchleben. Gizem Winter hat Bilder zu den auf individuellen und gemeinschaftlichen Migrationserfahrungen basierenden Geschichten geschaffen. Somit verbinden sich die auf den Erinnerungen der eingewanderten Frauen beruhenden visuellen Arbeiten der Illustratorin Gizem Winter mit den Interviews, die die Anthropologin Kornelia Bincewicz mit diesen Frauen geführt hat zu dem Projekt Vertrautheit der Sehnsucht und erschaffen ein Zeugnis der Rückschau auf substanzielle Momente weiblicher Migrationsgeschichte.

Die polnische Musikwissenschaftlerin und Anthropologin Kornelia Binicewicz zog 2015 in die Türkei, um dort lokale, von Frauen gemachte Musik zu erforschen. Ihre Arbeiten zur Geschichte der türkischen psychedelischen Musik und Popmusik werfen ein neues Licht auf die Rolle der Frauen bei ihrer Entstehung. In Zusammenarbeit mit alteingesessenen Musiklabels (Elenor, Türküola, Uzelli, Şah Plak) kuratierte sie in diesem Zusammenhang mehrere Musik-Compilations (“Turkish Ladies. Female Singers from Turkey 1974 – 1987” / Sony Müzik Türkiye).

Die Illustratorin und Designerin Gizem Winter wurde in Ankara geboren, studierte Grafikdesign an der Fakultät der bildenden Künste der Hacettepe Üniversitesi in Ankara und lebt und arbeitet in Köln. Winter gestaltet häufig Veranstaltungsplakate, Album-Cover, Druckvorlagen, redaktionelle Illustrationen und arbeitete zuletzt an einer Serie von figurativen Kleinskulpturen. Sie nahm an verschiedenen Ausstellungen in Deutschland, Portugal und der Türkei teil. Gizem Winter arbeitet als freischaffende Künstlerin in Vollzeit in ihrem kleinen Atelier in Köln.

İpek İpekçioğlu, geboren 1972 in München, aufgewachsen in Berlin, lebt und arbeitet als DJ, Kurator:in, Producer:in und Autor:in in Berlin. Ihre zahlreichen audiovisuellen Arbeiten, Kompositionen und musikalischen Veröffentlichungen entstehen sowohl solo als auch in Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Selda Bağcan, Gaye Su Akyol, Petra Nachtmanova und Hakan Vreskala. 2017 und 2019 kuratierte sie das interdisziplinäre Festival #disPlaced-#rePlaced im Radialsystem Berlin. İpek İpekçioğlu erhielt für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Preis der deutschen Schallplattenkritik und das Musicboard-Stipendium 2017; 2018 war sie Stipendiatin der Vila Sul in Bahia/Brasilien. İpek İpekçioğlu ist von Oktober 2021 bis Januar 2022 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya sein.

KOLİ Art Space ist eine von Yasemin Kalaycı und Elçin Acun gegründete, unabhängige und gemeinnützige Arbeits-, Produktions- und Ausstellungsstätte im Istanbuler Stadtteil Kadiköy. KOLI bewegt sich entlang der Achse künstlerischer Erfahrung und Zusammenarbeit und beruft sich auf die Unterstützung durch den Dialog feministischer und queerer Künstler*innen. KOLİ Art Space nährt sich von der Kraft der Inklusion und Diversität und ist ein Kunstraum, der aus auf einem fließenden Identitäts- und Geschlechterverständnis basierenden Veränderungsbedürfnis heraus entstanden ist.

Die Ausstellung und Musikveranstaltungen sind Teil des Projekts Intimacy of Longing, das anlässlich des 60. Jahrestages der Arbeitsmigration aus der Türkei nach Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Istanbul verwirklicht wird.