Pelin Tan & Özge Çelikaslan

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Pelin Tan ist die sechste Preisträgerin des Keith-Haring-Preises für Kunst und Aktivismus (2019) und lebt in Mardin. Sie ist Professorin an der Fakultät für Bildende Künste und Leiterin des Masterstudiengangs Kulturwissenschaften an der Universität Batman in der Türkei. Tan war Roemer-Stipendiatin am Orient-Institut in Beirut (2024) und Gastforscherin am Nationalen Institut für Sozialwissenschaften in Athen (2026). Seit 2019 ist sie Kuratoriumsmitglied der IBA Stuttgart 2027. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift i press, Cambridge (USA). Ihr Buch Forms of Non-Belonging, wurde von e-flux books & Sternberg Press, MIT Press veröffentlicht, 2026.

Gemeinsam mit Künstler Anton Vidokle führte sie bei mehreren Kurzfilmen Regie und erhielt für ihren letzten Film Gılgamesh: She, Who Saw the Deep / Gilgamêş: Ewe ku kûrahî dît (2022) den Sharjah Film-Preis (2020). Der kurze Dokumentarfilm Landscapes as Archives wurde in der Qattan Foundation in Ramallah (2023) vorgeführt. Kürzlich wurde ihr Forschungsvideo über die Gemeinschaft der Ezidi-Frauen und weibliche Arbeitskraft, Dimeşin/Walking, im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb (msu) ausgestellt. Tans Werke wurden u.a. im CIVA Brüssel (2024), auf der Osloer Architekturtriennale (2016), der Bergen Assembly (2013), der Istanbul Biennale (2007, 2015, 2022), der Beijing Art Biennale (2023), der Lissabonner Architekturtriennale (2014), bei Ashkal Alwan Homeworks und der Istanbul Design Biennale (2021) ausgestellt. Tan ist Mitglied des Videokollektivs Artıkİşler und der in Mardin ansässigen Arazi Assembly.

Özge Çelikaslan beschäftigt sich mit bewegten Bildern, Archivpraxis und forschungsbasierter Kunst und setzt sich anhand von übersehenen audiovisuellen Materialien mit Fragen des Gedächtnisses, des Ortes und der Archivökologien auseinander. Ihre Installationen und Archivassemblagen erforschen, wie Lücken im Archiv Raum für unterdrückte Narrative und angezweifelte Geschichtsdeutungen schaffen können. Çelikaslan promovierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK). Ihre Forschung zu Archiven als Gemeingut bildete die Grundlage für die Publikation Archiving the Commons: Looking through the Lens of bak.ma (2024). Sie ist Mitbegründerin von bak.ma, einem kollaborativen digitalen Archiv, das sich mit beziehungsorientiertem Erinnern und partizipativen Formen der Dokumentation und Neuvorstellungen von Geschichte befasst. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem auf der Transmediale, der Istanbul Biennale, im HKW Berlin, im ZKM Karlsruhe und bei De Appel. Sie erhielt Künstleraufenthalte und Stipendien, unter anderem bei AGIT Berlin, der Akademie Schloss Solitude und CAIS Bochum.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan waren von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Ouyang Yangyi / © Courtesy of the artist

Pelin Tan ist die sechste Preisträgerin des Keith-Haring-Preises für Kunst und Aktivismus (2019) und lebt in Mardin. Sie ist Professorin an der Fakultät für Bildende Künste und Leiterin des Masterstudiengangs Kulturwissenschaften an der Universität Batman in der Türkei. Tan war Roemer-Stipendiatin am Orient-Institut in Beirut (2024) und Gastforscherin am Nationalen Institut für Sozialwissenschaften in Athen (2026). Seit 2019 ist sie Kuratoriumsmitglied der IBA Stuttgart 2027. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift i press, Cambridge (USA). Ihr Buch Forms of Non-Belonging, wurde von e-flux books & Sternberg Press, MIT Press veröffentlicht, 2026.

Gemeinsam mit Künstler Anton Vidokle führte sie bei mehreren Kurzfilmen Regie und erhielt für ihren letzten Film Gılgamesh: She, Who Saw the Deep / Gilgamêş: Ewe ku kûrahî dît (2022) den Sharjah Film-Preis (2020). Der kurze Dokumentarfilm Landscapes as Archives wurde in der Qattan Foundation in Ramallah (2023) vorgeführt. Kürzlich wurde ihr Forschungsvideo über die Gemeinschaft der Ezidi-Frauen und weibliche Arbeitskraft, Dimeşin/Walking, im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb (msu) ausgestellt. Tans Werke wurden u.a. im CIVA Brüssel (2024), auf der Osloer Architekturtriennale (2016), der Bergen Assembly (2013), der Istanbul Biennale (2007, 2015, 2022), der Beijing Art Biennale (2023), der Lissabonner Architekturtriennale (2014), bei Ashkal Alwan Homeworks und der Istanbul Design Biennale (2021) ausgestellt. Tan ist Mitglied des Videokollektivs Artıkİşler und der in Mardin ansässigen Arazi Assembly.

Özge Çelikaslan beschäftigt sich mit bewegten Bildern, Archivpraxis und forschungsbasierter Kunst und setzt sich anhand von übersehenen audiovisuellen Materialien mit Fragen des Gedächtnisses, des Ortes und der Archivökologien auseinander. Ihre Installationen und Archivassemblagen erforschen, wie Lücken im Archiv Raum für unterdrückte Narrative und angezweifelte Geschichtsdeutungen schaffen können. Çelikaslan promovierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK). Ihre Forschung zu Archiven als Gemeingut bildete die Grundlage für die Publikation Archiving the Commons: Looking through the Lens of bak.ma (2024). Sie ist Mitbegründerin von bak.ma, einem kollaborativen digitalen Archiv, das sich mit beziehungsorientiertem Erinnern und partizipativen Formen der Dokumentation und Neuvorstellungen von Geschichte befasst. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem auf der Transmediale, der Istanbul Biennale, im HKW Berlin, im ZKM Karlsruhe und bei De Appel. Sie erhielt Künstleraufenthalte und Stipendien, unter anderem bei AGIT Berlin, der Akademie Schloss Solitude und CAIS Bochum.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan waren von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Open Studios

Datum 19. September 2026
Sparte Open Studio
© Mete Kaan Özdilek

Am 19. September 2026 öffnete die Kulturakademie Tarabya bereits zum zweiten Mal ihre Tore für die Open Studios. Die aktuellen Stipendiat:innen präsentierten Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Schaffen sowie die während ihrer Residenz entwickelten Projekte. Von Performances und partizipativen Formaten über Videoarbeiten bis hin zu Klang- und Archivprojekten bot der Nachmittag Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Rechercheprozesse der Stipendiat:innen.

Achim Lengerer lud gemeinsam mit dem Journalisten Serkan Seymen zu einer partizipativen Listening Session ein, in der Interviews und Klangaufnahmen aus seiner akustischen Recherche zum Ford-Streik von 1973 in Köln zu hören waren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Solidaritäten zwischen als auch Ausschlüsse von migrantischen und nicht-migrantischen Arbeiter:innen in Westdeutschland und die Nachwirkungen dieser Ereignisse über nachfolgende Generationen hinweg.

Die Koproduktionsstipendiatinnen Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken präsentierten mit A House in Kalamış die Geschichte einer dreistöckigen Villa im gleichnamigen Istanbuler Stadtteil , die sich zu einem vielschichtigen Bild der Stadtgeschichte zwischen Osmanischem Reich und Türkischer Republik entfaltet. Namen, Fotografien, Dokumente und Erinnerungen verbinden dabei persönliche und kollektive Geschichte.

Nele Stuhler stellte im Teehaus ihre Arbeit und Recherche vor, die sich spielerisch mit Sprache, Sitzen, Settlement und verschiedenen Formen des Sich-Einfindens auseinandersetzt. Ihre performative Präsentation wurde musikalisch von der Atelier-Galata-Stipendiatin Ruth Kemna begleitet.

Ozan Zakariya Keskinkılıç gab Einblicke in seine poetische Auseinandersetzung mit Schlangen und ihren mythologischen Erzählungen in Istanbul. Ausgehend von der Schlangensäule am Sultanahmet-Platz und den Darstellungen von Medusa bis hin zur Figur der Şahmaran verbindet seine Recherche verschiedene Orte und Geschichten der Stadt. Musikalisch begleitet von Gökçe Uygun, las er Lyrik aus seinem im Oktober erscheinenden Gedichtband binde mich odysseus gleich an die ubahnstange.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan präsentierten eine erste Auswahl aus ihrem Forschungsprojekt Video Topographies: Archiving Ecological and Spatial Injustices. Die während ihrer Residenz entstandenen Videoaufnahmen dokumentieren ökologische Zerstörung, räumliche Transformation, Verdrängung und Alltagsleben entlang des Tigris. Abgerundet wurde ihre Präsentation mit einem Panel zu den Themen Katastrophe, Bild, Raum und Zeugenschaft mit Sema Aslan und Servet Kaplan.

Sven Johne zeigte Ausschnitte aus seinem neuen Video Alina, das er während seines Aufenthalts in Tarabya finalisierte. Das Video wird im Oktober in Frankfurt am Main seine Premiere feiern.

Einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung bot Volkan T error mit einer Live-Präsentation eines Ausschnitts aus The Reconstruction Tapes, einer audiovisuellen Serie über die Geschichte und Gegenwart des Istanbuler Stadtteils Aksaray und die eigene Familiengeschichte. Inspiriert von Mixtapes der 1990er-Jahre verbindet die Arbeit Interviews und Field Recordings mit Beats, Loops, Poesie und elektroakustischen Elementen.

Die Open Studios machten damit nicht nur die Vielfalt der künstlerischen Praktiken der aktuellen Stipendiat:innen sichtbar, sondern auch die unterschiedlichen Wege, auf denen ihre Recherchen während des Aufenthalts mit Orten, Geschichten und gesellschaftlichen Fragen in der Türkei in Verbindung treten.

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