Alumni und Stipendiat:innen bei der Berlinale 2026: Goldener Bär für İlker Çatak
Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit über 200 Filmen an elf Festivaltagen sind zu Ende gegangen. Alumni und eine aktuelle Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya waren in diesem Jahr im Festivalprogramm vertreten. Einen herausragenden Erfolg feierte Kulturakademie-Alumnus İlker Çatak, der mit seinem Film Gelbe Briefe (2026) mit dem Goldener Bär ausgezeichnet wurde.
In seinem Drama widmet sich İlker Çatak, der 2017 Stipendiat in Tarabya war, zentralen gesellschaftspolitischen Fragen der Gegenwart. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das durch die Willkür eines autoritären politischen Systems unter Druck gerät und sich zwischen persönlichen Überzeugungen und Anpassung entscheiden muss. Für diesen Film erhielt er die höchste Auszeichnung der Berlinale, den Goldenen Bären, und zählt damit zu den wichtigsten Preisträgern der diesjährigen Berlinale.
Mit Industries of Denial, Stage 10: From Musa Dagh to Port Saïd präsentierten die Alumni Angela Melitopoulos und Kerstin Schroedinger ihre Mehrkanal-Film- und Videoinstallation, an der sie auch an der Kulturakademie Tarabya gearbeitet haben. Die Arbeit untersucht die sogenannte Bagdadbahn, ein vom Deutschen Reich finanziertes, imperialistisches Infrastrukturprojekt des frühen 20. Jahrhunderts, und beleuchtet die langfristigen politischen Dimensionen von Leugnung sowie die strukturelle Auslöschung minoritärer Perspektiven. Ein Teil des Projekts wurde durch den Alumni-Fonds der Kulturakademie Tarabya unterstützt.
Auch die aktuelle Stipendiatin Eva Trobisch war im Wettbewerb vertreten: Ihr dritter Spielfilm Etwas ganz Besonderes (2026) erzählt von einer 17-Jährigen aus Thüringen, die zwischen familiären Erwartungen, Beziehungen und eigenen Sehnsüchten ihren Platz im Leben sucht. Eva Trobisch ist noch bis Ende Mai 2026 zu Gast an der Kulturakademie Tarabya.