Achim Lengerer

Jahr 2023, 2026
Sparte Bildende Kunst

Achim Lengerer setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit politischen Wirkungs- und Funktionsweisen von Sprache und Text auseinander. Neben filmischen Tonspuren, Installationen und Publikationen gehören performative Vorträge und Veranstaltungen zu seinen Ausdrucksformen. Lengerer gründete verschiedene kollaborative Projekte, darunter die freitagsküche in Frankfurt/Main. 2006 entstand zusammen mit Dani Gal das Projekt voiceoverhead, welches sich in Audioperformances, Ausstellungen und Screenings mit archivierter gesprochener Sprache beschäftigt. Seit 2009 betreibt Lengerer den mobilen Ausstellungsraum und Verlag Scriptings. Scriptings agiert als diskursive Plattform; in Kooperation mit anderen Künstler:innen, Filmemacher:innen und Autor:innen werden unterschiedliche Präsentationsformen der Auseinandersetzung mit Sprache und Schrift erprobt. Neben Filmen, Hörstücken und Performances entsteht die mehrsprachige Publikation Scriptings. Lengerer promovierte an der Goldsmiths, University of London, UK. Teilnahme an der documenta 14 mit der 21-stündige Radioarbeit different time, different place, different pitch (zusammen mit Dani Gal), produziert von Savvy Funk und Deutschlandfunk.

Achim Lengerer war von Februar bis April 2023 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya und war im August und September 2026 im Rahmen eines Aufbaustipendiums erneut vor Ort.

Jahr 2023, 2026
Sparte Bildende Kunst
Achim Lengerer, Foto: André Siclodi

Achim Lengerer setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit politischen Wirkungs- und Funktionsweisen von Sprache und Text auseinander. Neben filmischen Tonspuren, Installationen und Publikationen gehören performative Vorträge und Veranstaltungen zu seinen Ausdrucksformen. Lengerer gründete verschiedene kollaborative Projekte, darunter die freitagsküche in Frankfurt/Main. 2006 entstand zusammen mit Dani Gal das Projekt voiceoverhead, welches sich in Audioperformances, Ausstellungen und Screenings mit archivierter gesprochener Sprache beschäftigt. Seit 2009 betreibt Lengerer den mobilen Ausstellungsraum und Verlag Scriptings. Scriptings agiert als diskursive Plattform; in Kooperation mit anderen Künstler:innen, Filmemacher:innen und Autor:innen werden unterschiedliche Präsentationsformen der Auseinandersetzung mit Sprache und Schrift erprobt. Neben Filmen, Hörstücken und Performances entsteht die mehrsprachige Publikation Scriptings. Lengerer promovierte an der Goldsmiths, University of London, UK. Teilnahme an der documenta 14 mit der 21-stündige Radioarbeit different time, different place, different pitch (zusammen mit Dani Gal), produziert von Savvy Funk und Deutschlandfunk.

Achim Lengerer war von Februar bis April 2023 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya und war im August und September 2026 im Rahmen eines Aufbaustipendiums erneut vor Ort.

Open Studios

Datum 19. September 2026
Sparte Open Studio
© Mete Kaan Özdilek

Am 19. September 2026 öffnete die Kulturakademie Tarabya bereits zum zweiten Mal ihre Tore für die Open Studios. Die aktuellen Stipendiat:innen präsentierten Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Schaffen sowie die während ihrer Residenz entwickelten Projekte. Von Performances und partizipativen Formaten über Videoarbeiten bis hin zu Klang- und Archivprojekten bot der Nachmittag Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Rechercheprozesse der Stipendiat:innen.

Achim Lengerer lud gemeinsam mit dem Journalisten Serkan Seymen zu einer partizipativen Listening Session ein, in der Interviews und Klangaufnahmen aus seiner akustischen Recherche zum Ford-Streik von 1973 in Köln zu hören waren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Solidaritäten zwischen als auch Ausschlüsse von migrantischen und nicht-migrantischen Arbeiter:innen in Westdeutschland und die Nachwirkungen dieser Ereignisse über nachfolgende Generationen hinweg.

Die Koproduktionsstipendiatinnen Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken präsentierten mit A House in Kalamış die Geschichte einer dreistöckigen Villa im gleichnamigen Istanbuler Stadtteil , die sich zu einem vielschichtigen Bild der Stadtgeschichte zwischen Osmanischem Reich und Türkischer Republik entfaltet. Namen, Fotografien, Dokumente und Erinnerungen verbinden dabei persönliche und kollektive Geschichte.

Nele Stuhler stellte im Teehaus ihre Arbeit und Recherche vor, die sich spielerisch mit Sprache, Sitzen, Settlement und verschiedenen Formen des Sich-Einfindens auseinandersetzt. Ihre performative Präsentation wurde musikalisch von der Atelier-Galata-Stipendiatin Ruth Kemna begleitet.

Ozan Zakariya Keskinkılıç gab Einblicke in seine poetische Auseinandersetzung mit Schlangen und ihren mythologischen Erzählungen in Istanbul. Ausgehend von der Schlangensäule am Sultanahmet-Platz und den Darstellungen von Medusa bis hin zur Figur der Şahmaran verbindet seine Recherche verschiedene Orte und Geschichten der Stadt. Musikalisch begleitet von Gökçe Uygun, las er Lyrik aus seinem im Oktober erscheinenden Gedichtband binde mich odysseus gleich an die ubahnstange.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan präsentierten eine erste Auswahl aus ihrem Forschungsprojekt Video Topographies: Archiving Ecological and Spatial Injustices. Die während ihrer Residenz entstandenen Videoaufnahmen dokumentieren ökologische Zerstörung, räumliche Transformation, Verdrängung und Alltagsleben entlang des Tigris. Abgerundet wurde ihre Präsentation mit einem Panel zu den Themen Katastrophe, Bild, Raum und Zeugenschaft mit Sema Aslan und Servet Kaplan.

Sven Johne zeigte Ausschnitte aus seinem neuen Video Alina, das er während seines Aufenthalts in Tarabya finalisierte. Das Video wird im Oktober in Frankfurt am Main seine Premiere feiern.

Einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung bot Volkan T error mit einer Live-Präsentation eines Ausschnitts aus The Reconstruction Tapes, einer audiovisuellen Serie über die Geschichte und Gegenwart des Istanbuler Stadtteils Aksaray und die eigene Familiengeschichte. Inspiriert von Mixtapes der 1990er-Jahre verbindet die Arbeit Interviews und Field Recordings mit Beats, Loops, Poesie und elektroakustischen Elementen.

Die Open Studios machten damit nicht nur die Vielfalt der künstlerischen Praktiken der aktuellen Stipendiat:innen sichtbar, sondern auch die unterschiedlichen Wege, auf denen ihre Recherchen während des Aufenthalts mit Orten, Geschichten und gesellschaftlichen Fragen in der Türkei in Verbindung treten.

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