Discipline: 15 Jahre Kulturakademie Tarabya
Ausstellungsführungen mit E. Iolanda Patrizia Bach Ruscello
Vergangenheit, in jedem ihrer Momente zitierbar – am Beispiel Istanbul, so heißt die Einzelausstellung von E. Iolanda Patrizia Bach Ruscello, die während des Jubiläums der Kulturakademie Tarabya im Deutschen Generalkonsulat Istanbul zu sehen sein wird. An drei Terminen im Oktober lädt die Künstlerin und Alumna der Kulturakademie Tarabya zu persönlichen Führungen durch ihre Ausstellung ein.
Die Rundgänge bieten die Gelegenheit, die Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin zu entdecken und Einblicke in die Hintergründe ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerung und Stadtarchiven zu erhalten.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das von der Künstlerin seit mehr als zwanzig Jahren aufgebaute TOMIKO-Archiv, eine Sammlung privater Familien- und Amateurfotografien, die sie als oft übersehene Zeugnisse der Geschichte versteht. Gezeigt werden Fotografien aus dem Istanbuler Bestand des Archivs, ergänzt durch Zeichnungen und Textfragmente aus Walter Benjamins Über den Begriff der Geschichte in deutscher, türkischer und englischer Sprache.
Ausgehend von Benjamins Überlegungen zur Geschichtsschreibung erkundet die Ausstellung die Frage, wie Vergangenheit sichtbar wird und wie sie in der Gegenwart fortwirkt. Fotografien, Zeichnungen und Texte treten dabei in einen Dialog mit der Architektur und dem historischen Inventar des Generalkonsulats und eröffnen neue Perspektiven auf Istanbul als Ort vielschichtiger Erinnerungen.
Termine:
14. Oktober 2026, 17:00 Uhr
21. Oktober 2026, 17:00 Uhr
28. Oktober 2026, 17:00 Uhr
Die Teilnahme erfordert eine vorherige Anmeldung.
Ort: Deutsches Generalkonsulat Istanbul
Mit freundlicher Unterstützung von Siemens Energy.
In Kooperation mit dem Generalkonsulat Istanbul.
Konzert mit dem Ensemble Olivinn
Im Rahmen des 15-jährigen Jubiläums der Kulturakademie Tarabya eröffnet die Komponistin und Alumna Sinem Altan gemeinsam mit ihrem Ensemble OLIVINN neue Perspektiven auf das gemeinsame musikalische Erbe zwischen Deutschland und der Türkei.
Unter der Leitung der deutsch-türkischen Komponistin und Pianistin entfaltet OLIVINN einen vielschichtigen Klangkosmos zwischen Klassik, Jazz und Volksmusik. Mit der Sängerin Begüm Tüzemen, dem Multi-Instrumentalisten Özgür Ersoy und dem Berliner Perkussionisten Axel Meier verbindet das Ensemble musikalische Welten und kulturelle Traditionen zu einer lebendigen, zeitgenössischen Klangsprache. Anatolische Wehmut trifft auf deutsche Romantik, improvisierte Klanglandschaften auf fein gearbeitete Kompositionen. So entstehen musikalische Brücken zwischen zwei Kontinenten sowie zwischen Erinnerungen und Zukunftsentwürfen.
Auf dem Programm stehen ausgewählte Werke und Arrangements aus den Alben Kara und Hava sowie weitere musikalische Überraschungen. Das Konzert im Caddebostan Kulturzentrum auf der asiatischen Seite Istanbuls lädt zu einer Reise durch unterschiedliche Zeiten, Stile und kulturelle Erfahrungsräume ein.
Sinem Altan war 2016 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya und zählt heute zu den profiliertesten deutsch-türkischen Komponistinnen ihrer Generation. Ihre Werke werden von renommierten Orchestern und Theaterhäusern im deutschsprachigen Raum aufgeführt. Mit dem Ensemble OLIVINN führt sie ihre künstlerische Vision eines offenen, grenzüberschreitenden Dialogs fort.
Veranstaltungsort: Caddebostan Kulturzentrum Istanbul
In Kooperation mit dem Caddebostan Kulturzentrum der Kadıköy Belediyesi (Gemeinde Kadıköy).
Gerrit Frohne-Brinkmann bei der 10. Çanakkale Biennale
Vom 10. Oktober bis 20. November 2026 präsentiert die 10. Çanakkale Biennale unter dem Titel Metcezir / Ebb & Flow internationale Positionen zeitgenössischer Kunst in der nordwesttürkischen Hafenstadt. Mit einer eigens für die Biennale entwickelten Installation ist auch der Tarabya-Alumnus Gerrit Frohne-Brinkmann vertreten.
Die Çanakkale Biennale hat sich seit ihrer Gründung zu einer wichtigen Plattform für den künstlerischen Dialog über gesellschaftliche und kulturelle Fragestellungen entwickelt. An der Schnittstelle zwischen Europa und Asien gelegen, bietet Çanakkale mit seiner historischen und geografischen Lage einen besonderen Resonanzraum für Themen wie Erinnerung, Identität, Austausch und Zusammenleben.
Für die diesjährige Biennale realisiert der Künstler und ehemalige Stipendiat der Kulturakademie Tarabya Gerrit Frohne-Brinkmann eine eigens hierfür entwickelte Installation. In dieser vereinen sich keramische Skulpturen und ausgediente animatronische Objekte miteinander und gehen eine ungewöhnliche Verbindung ein.
Ausgangspunkt sind die charakteristischen Tierdarstellungen der Çanakkale-Keramik, deren Formen und Motive von Gerrit Frohne-Brinkmann in neue, hybride Konstellationen überführt werden. Im Raum treffen so Objekte widersprüchlicher Herstellungsweisen, aber auch unterschiedlicher Herkunft und Bedeutungsebenen aufeinander. Mit der neuen Arbeit führt der Künstler seine Auseinandersetzung mit Tieren, Ordnungssystemen und kulturellen Vorstellungen von Natur und der Gleichzeitigkeit unterschiedlicher materieller und technischer Systeme fort.
Mit seiner Installation knüpft Gerrit Frohne-Brinkmann darüber hinaus an die langjährige Verbindung zwischen der Akademie und der Biennale an. In den vergangenen Jahren waren mit Nevin Aladağ, Anahita Razmi und Nezaket Ekici mehrere Alumni der Kulturakademie bei der Çanakkale Biennale vertreten. Die Teilnahme von Gerrit Frohne-Brinkmann setzt diesen künstlerischen Austausch fort und unterstreicht die nachhaltigen Verbindungen, die durch das Residenzprogramm der Kulturakademie Tarabya zwischen Deutschland und der Türkei entstehen.
In Kooperation mit der Çanakkale Biennale.
Eröffnungskonzert mit dem Hezarfen Ensemble
Zum Auftakt des 15-jährigen Jubiläums der Kulturakademie Tarabya präsentiert das Hezarfen Ensemble im Süreyya-Opernhaus ein besonderes Konzert, bei dem Werke ehemaliger Stipendiat:innen präsentiert und erfolgreiche Kooperationen türkischer und deutscher Künstler:innen erlebbar werden.
Im Zentrum des Abends stehen Werke von Alumni der Kulturakademie Tarabya: Ketan Bhatti, Martin Grütter, Samir Odeh-Tamimi und Stefan Lienenkämper. Ergänzt wird das Programm durch die Präsentation von Companioning der Komponistin und Alumna Fulya Uçanok für Streichquartett, Live-Elektronik und Fixed Media. Dieses Stück wird Fulya Ucanok gemeinsam mit den Musiker:innen des Hezarfen Ensembles zur Aufführung bringen.
Das 2010 von Ulrich Mertin und Michael Ellison gegründete Hezarfen Ensemble gilt als eines der ersten professionellen Ensembles für zeitgenössische Musik in der Türkei. Mit seinen innovativen Programmen und seinem transkulturellen Ansatz hat es die Entwicklung zeitgenössischer Musik im Land maßgeblich geprägt und zugleich international große Anerkennung erlangt. Für das Jubiläumskonzert hat das Streichquartett des Ensembles eine Auswahl von Werken zusammengestellt, die aus fünfzehn Jahren künstlerischer Begegnungen und Kooperationen mit der Kulturakademie Tarabya hervorgegangen sind.
So macht der Abend nicht nur individuelle kompositorische Handschriften hörbar, sondern auch die Vielfalt musikalischer Perspektiven, die durch das internationale Residenzprogramm der Kulturakademie Tarabya zusammengeführt werden. Ein Konzert über Austausch, Zusammenarbeit und die Kraft künstlerischer Netzwerke über Grenzen hinweg.
Musiker:innen
Özcan Ulucan – Violine
Imge Tilif Yalcinkaya – Violine
Ulrich Mertin – Bratsche
Ozan Evrim Tunca – Cello
und Fulya Uçanok – Elektronik
Veranstaltungsort: Süreyya Operası, Kadıköy-Istanbul
Mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung.
In Kooperation mit der Kadıköy Belediyesi (Gemeinde Kadıköy) und dem Hezarfen Ensemble.