Discipline: Bildende Kunst

Sven Johne

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Sven Johne arbeitet vor allem mit Fotografie, Film, Text und Artistic Research. Er wurde 1976 in Bergen auf Rügen, DDR, geboren und lebt heute in Berlin. Seine Arbeiten beschäftigen sich oft mit den gesellschaftlichen Folgen der deutschen Wiedervereinigung und sozialen Umbrüchen im gesamten politischen Westen. Johne verbindet dabei oft dokumentarisch-biografische Recherche mit fiktionalen oder literarischen Elementen. Dadurch bewegen sich seine Werke zwischen Realität, Erinnerung und Erzählung. Johne interessieren dabei oft persönliche Einzelschicksale und Nebenschauplätze, die „Fußnoten der Weltgeschichte“. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, auf Festivals und Biennalen gezeigt, u. a. Berlin Biennale (2022), Karachi Biennale Pakistan (2019), Riga Biennale (2018), OFF Biennale Budapest (2017), Thessaloniki Biennale (2015). wurde bereits vielfach gewürdigt, unter anderem 2016 Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin (in der Sektion Bildende Kunst), Casa Baldi Stipendium der deutschen Akademie Villa Massimo (2013), Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium (2010), Marion-Ermer-Preis (2005), Stipendium für zeitgenössische deutsche Fotografie der Alfried-Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (2004). Zuletzt erhielt er für seine umfangreichen Projekte das Visit-Stipendium der E.ON Stiftung (2022) und ein Stipendium der DZ Bank Kunststiftung (2025). Seine Arbeiten sind in vielen deutschen und internationalen Sammlungen vertreten, u.a. Museum Folkwang, Essen, MUDAM, Luxembourg, Pinakothek der Moderne, München, oder in der Fondazione Mast, Bologna, Italien.

Sven Johne ist von Juni bis September 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.

 

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© KLEMM'S

Sven Johne arbeitet vor allem mit Fotografie, Film, Text und Artistic Research. Er wurde 1976 in Bergen auf Rügen, DDR, geboren und lebt heute in Berlin. Seine Arbeiten beschäftigen sich oft mit den gesellschaftlichen Folgen der deutschen Wiedervereinigung und sozialen Umbrüchen im gesamten politischen Westen. Johne verbindet dabei oft dokumentarisch-biografische Recherche mit fiktionalen oder literarischen Elementen. Dadurch bewegen sich seine Werke zwischen Realität, Erinnerung und Erzählung. Johne interessieren dabei oft persönliche Einzelschicksale und Nebenschauplätze, die „Fußnoten der Weltgeschichte“. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, auf Festivals und Biennalen gezeigt, u. a. Berlin Biennale (2022), Karachi Biennale Pakistan (2019), Riga Biennale (2018), OFF Biennale Budapest (2017), Thessaloniki Biennale (2015). wurde bereits vielfach gewürdigt, unter anderem 2016 Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin (in der Sektion Bildende Kunst), Casa Baldi Stipendium der deutschen Akademie Villa Massimo (2013), Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium (2010), Marion-Ermer-Preis (2005), Stipendium für zeitgenössische deutsche Fotografie der Alfried-Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (2004). Zuletzt erhielt er für seine umfangreichen Projekte das Visit-Stipendium der E.ON Stiftung (2022) und ein Stipendium der DZ Bank Kunststiftung (2025). Seine Arbeiten sind in vielen deutschen und internationalen Sammlungen vertreten, u.a. Museum Folkwang, Essen, MUDAM, Luxembourg, Pinakothek der Moderne, München, oder in der Fondazione Mast, Bologna, Italien.

Sven Johne ist von Juni bis September 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.

 

Pelin Tan & Özge Çelikaslan

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Pelin Tan ist die sechste Preisträgerin des Keith-Haring-Preises für Kunst und Aktivismus (2019) und lebt in Mardin. Sie ist Professorin an der Fakultät für Bildende Künste und Leiterin des Masterstudiengangs Kulturwissenschaften an der Universität Batman in der Türkei. Tan war Roemer-Stipendiatin am Orient-Institut in Beirut (2024) und Gastforscherin am Nationalen Institut für Sozialwissenschaften in Athen (2026). Seit 2019 ist sie Kuratoriumsmitglied der IBA Stuttgart 2027. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift i press, Cambridge (USA). Ihr Buch Forms of Non-Belonging, wurde von e-flux books & Sternberg Press, MIT Press veröffentlicht, 2026.

Gemeinsam mit Künstler Anton Vidokle führte sie bei mehreren Kurzfilmen Regie und erhielt für ihren letzten Film Gılgamesh: She, Who Saw the Deep / Gilgamêş: Ewe ku kûrahî dît (2022) den Sharjah Film-Preis (2020). Der kurze Dokumentarfilm Landscapes as Archives wurde in der Qattan Foundation in Ramallah (2023) vorgeführt. Kürzlich wurde ihr Forschungsvideo über die Gemeinschaft der Ezidi-Frauen und weibliche Arbeitskraft, Dimeşin/Walking, im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb (msu) ausgestellt. Tans Werke wurden u.a. im CIVA Brüssel (2024), auf der Osloer Architekturtriennale (2016), der Bergen Assembly (2013), der Istanbul Biennale (2007, 2015, 2022), der Beijing Art Biennale (2023), der Lissabonner Architekturtriennale (2014), bei Ashkal Alwan Homeworks und der Istanbul Design Biennale (2021) ausgestellt. Tan ist Mitglied des Videokollektivs Artıkİşler und der in Mardin ansässigen Arazi Assembly.

Özge Çelikaslan beschäftigt sich mit bewegten Bildern, Archivpraxis und forschungsbasierter Kunst und setzt sich anhand von übersehenen audiovisuellen Materialien mit Fragen des Gedächtnisses, des Ortes und der Archivökologien auseinander. Ihre Installationen und Archivassemblagen erforschen, wie Lücken im Archiv Raum für unterdrückte Narrative und angezweifelte Geschichtsdeutungen schaffen können. Çelikaslan promovierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK). Ihre Forschung zu Archiven als Gemeingut bildete die Grundlage für die Publikation Archiving the Commons: Looking through the Lens of bak.ma (2024). Sie ist Mitbegründerin von bak.ma, einem kollaborativen digitalen Archiv, das sich mit beziehungsorientiertem Erinnern und partizipativen Formen der Dokumentation und Neuvorstellungen von Geschichte befasst. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem auf der Transmediale, der Istanbul Biennale, im HKW Berlin, im ZKM Karlsruhe und bei De Appel. Sie erhielt Künstleraufenthalte und Stipendien, unter anderem bei AGIT Berlin, der Akademie Schloss Solitude und CAIS Bochum.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan sind von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Ouyang Yangyi / © Courtesy of the artist

Pelin Tan ist die sechste Preisträgerin des Keith-Haring-Preises für Kunst und Aktivismus (2019) und lebt in Mardin. Sie ist Professorin an der Fakultät für Bildende Künste und Leiterin des Masterstudiengangs Kulturwissenschaften an der Universität Batman in der Türkei. Tan war Roemer-Stipendiatin am Orient-Institut in Beirut (2024) und Gastforscherin am Nationalen Institut für Sozialwissenschaften in Athen (2026). Seit 2019 ist sie Kuratoriumsmitglied der IBA Stuttgart 2027. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift i press, Cambridge (USA). Ihr Buch Forms of Non-Belonging, wurde von e-flux books & Sternberg Press, MIT Press veröffentlicht, 2026.

Gemeinsam mit Künstler Anton Vidokle führte sie bei mehreren Kurzfilmen Regie und erhielt für ihren letzten Film Gılgamesh: She, Who Saw the Deep / Gilgamêş: Ewe ku kûrahî dît (2022) den Sharjah Film-Preis (2020). Der kurze Dokumentarfilm Landscapes as Archives wurde in der Qattan Foundation in Ramallah (2023) vorgeführt. Kürzlich wurde ihr Forschungsvideo über die Gemeinschaft der Ezidi-Frauen und weibliche Arbeitskraft, Dimeşin/Walking, im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb (msu) ausgestellt. Tans Werke wurden u.a. im CIVA Brüssel (2024), auf der Osloer Architekturtriennale (2016), der Bergen Assembly (2013), der Istanbul Biennale (2007, 2015, 2022), der Beijing Art Biennale (2023), der Lissabonner Architekturtriennale (2014), bei Ashkal Alwan Homeworks und der Istanbul Design Biennale (2021) ausgestellt. Tan ist Mitglied des Videokollektivs Artıkİşler und der in Mardin ansässigen Arazi Assembly.

Özge Çelikaslan beschäftigt sich mit bewegten Bildern, Archivpraxis und forschungsbasierter Kunst und setzt sich anhand von übersehenen audiovisuellen Materialien mit Fragen des Gedächtnisses, des Ortes und der Archivökologien auseinander. Ihre Installationen und Archivassemblagen erforschen, wie Lücken im Archiv Raum für unterdrückte Narrative und angezweifelte Geschichtsdeutungen schaffen können. Çelikaslan promovierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK). Ihre Forschung zu Archiven als Gemeingut bildete die Grundlage für die Publikation Archiving the Commons: Looking through the Lens of bak.ma (2024). Sie ist Mitbegründerin von bak.ma, einem kollaborativen digitalen Archiv, das sich mit beziehungsorientiertem Erinnern und partizipativen Formen der Dokumentation und Neuvorstellungen von Geschichte befasst. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem auf der Transmediale, der Istanbul Biennale, im HKW Berlin, im ZKM Karlsruhe und bei De Appel. Sie erhielt Künstleraufenthalte und Stipendien, unter anderem bei AGIT Berlin, der Akademie Schloss Solitude und CAIS Bochum.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan sind von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Mehtap Baydu: Loving You Is So Hard!

Datum 29. April - 16. November 2026
Sparte Bildende Kunst
Photo: Hadiye Cangökçe

Mehtap Baydus erste institutionelle Einzelausstellung in der Türkei, Loving You Is So Hard!, vereint neue, eigens für diesen Kontext entwickelte Arbeiten mit einer Auswahl jüngerer Werke der Künstlerin. Die Ausstellung macht die Verbindungen und Übergänge sichtbar, die Baydu zwischen unterschiedlichen Medien wie Performance, Skulptur, Fotografie und Video herstellt, und schafft einen vielschichtigen sinnlichen Raum, in dem Körper und Objekte in wechselseitige Beziehung treten. Im Zentrum von Loving You Is So Hard! steht eine Vielschichtigkeit, die sich in immer wieder wandelnden Formen des Miteinanders öffnet. Indem Baydu Narrative und Elemente aus ihrer persönlichen Erinnerung aneignet und transformiert, verschiedene Identitäten annimmt und sich mit nicht-menschlichen Entitäten auseinandersetzt, verweisen ihre Arbeiten auf eine Fluidität, die etablierte Definitionen und feste Vorstellungen von Selbstsein unterläuft.

Loving You Is So Hard! greift die Distanz und Spannung auf, die dem Begehren oft innewohnen, und verbindet sie mit dem Versprechen absoluter Nähe sowie einem Gefühl impliziter Abwesenheit, das den für Baydus Praxis zentralen Prozess des Formens kennzeichnet. Indem die gezeigten Arbeiten den Willen und die Verletzlichkeit des Lebens aufgreifen, materialisieren sie einen inklusiven, kollektiven Körper, der von der Künstlerin durch Vervielfältigung, Fragmentierung, Abdrücke und Überlagerungen kontinuierlich geformt wird. Die räumliche Inszenierung der Ausstellung bringt Arbeiten aus unterschiedlichen Materialien und Texturen – darunter Keramik, Bronze, Stoff, Papier und Glas – zusammen und ergänzt sie durch Dokumentationen und performative Spuren, die diese Produktionen umgeben. Diese Anordnung hebt eine vielgestaltige künstlerische Praxis hervor, in der Performance in Objekthaftigkeit übergeht und das Objekt performative Potenziale entfaltet, und lädt die Besucher:innen dazu ein, Baydus Arbeiten durch die Konzepte des Dazwischen, der Transformation und des Anderen zu erfahren.

Loving You Is So Hard! umfasst zudem die Performance Atem, die Mehtap Baydu erstmals 2019 in einem Ladenlokal realisierte, das sich direkt zur Straße hin in Berlin öffnete. Durch die Neukonfiguration der Arbeit für den Galerieraum bei Arter markiert die Ausstellung ihre erste Aufführung innerhalb einer Kunstinstitution. In der Performance, die vielschichtige Bedeutungen von Zurückhaltung, Dazwischen und Leere untersucht, materialisiert Baydu ihren unsichtbaren Atem, indem sie einen Ballon aufbläst, dessen Volumen exakt dem für die Arbeit vorgesehenen Raum entspricht. Die Live-Performance von Breath (Atem) wird in den etwa zwanzig Tagen nach der Ausstellungseröffnung während der Öffnungszeiten von Arter in unregelmäßigen Abständen stattfinden. Besucher:innen können die Performance hinter einer Glasscheibe beobachten, bis der von Baydu aufgeblasene Ballon den Raum vollständig ausfüllt.

Die Ausstellung umfasst außerdem ein Werk, das mit Unterstützung des Alumni-Fonds der Kulturakademie Tarabya realisiert wurde.

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Ausstellung von Onur Gökmen im Salt Galata: Subsoil

Datum 02. April - 03. Mai 2026
Sparte Bildende Kunst
Ein Ausschnitt aus dem Film Toprakaltı (2026)

Vom 02. April bis 03. Mai 2026 kann Onur Gökmens Ausstellung Toprakaltı, an welcher er auch im Rahmen seines Aufenthalts an der Kulturakademie Tarabya von Juni bis September 2025 arbeitete, im SALT Galata besucht werden. Die Ausstellung thematisiert ein Ereignis, das in der türkischen Umwelt- und Institutionsgeschichte bisher nur eingeschränkt Beachtung gefunden hat: die Entdeckung radioaktiver Kontamination in Tee aus der Schwarzmeerregion nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. 

Nach der Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl führte ein Team von Wissenschaftler:innen an der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ) – darunter auch die Eltern des Künstlers, İnci und Ali Gökmen – eine Untersuchung durch, um die Auswirkungen des radioaktiven Niederschlags auf den in der Schwarzmeerregion angebauten Tee zu messen. Die Ergebnisse wurden in einem Bericht zusammengefasst und den zuständigen Behörden vorgelegt. Offizielle Stellungnahmen neigten jedoch dazu, Ausmaß und Gesundheitsrisiken der Kontamination herunterzuspielen – nicht zuletzt aus Sorge um wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität. Während Debatten über öffentliche Gesundheit und Verantwortlichkeit andauerten, gelangte der ODTÜ-Bericht schließlich an die Presse. Obwohl die Berichterstattung, die das Thema häufig über mediale Bilder und Schlagzeilen aufgriff, eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit erzeugte, blieben institutionelle Reaktionen weitgehend unverändert und kontaminierter Tee blieb weiterhin im Umlauf. Verharmlosende Aussagen über die Folgen der nuklearen Kontamination – etwa ‚Radioaktiver Tee schmeckt besser‘ oder ‚Ein bisschen Strahlung ist gut für die Knochen‘ – sowie Bilder staatlicher Funktionsträger beim Teetrinken prägten sich tief ins kollektive Gedächtnis ein. Tee wurde so zu einem materiellen Zeugnis unsichtbarer Strahlung und zum Träger nuklearer Angst. 

Die Ausstellung geht diesem bedeutenden Ereignis der (türkischen) Nukleargeschichte in drei Teilen nach, wobei sie fiktionale und dokumentarische Elemente verbindet. Damit schafft sie einen Dialog zwischen Erzählung und Beweis. Der erste Teil zeigt einen räumlichen Ausschnitt aus der ODTÜ, wo die Kontamination des Tees bewiesen wurde, sowie einen Dokumentarfilm, der auf den Schilderungen von İnci und Ali Gökmen basiert. Der zweite Abschnitt, angesiedelt in einem Fernsehstudio, spiegelt die Verflechtung von Medien, Staatsapparaten und Bürokratie wider. Im Zentrum der Installation steht ein Kurzfilm, der von Nachrichtenbeiträgen ausgeht, die einerseits die Menge radioaktiver Substanzen im Tee leugnen und zugleich ein imaginäres Bild der Schwarzmeerregion entwerfen. Der dritte Teil, der sich hinter den Kulissen befindet, besteht aus Fotografien, die gleichsam zwischen diesen beiden Erzählsträngen hindurchsickern und als Spuren der Tschernobyl-Katastrophe in der Türkei gelesen werden können. 

Diese drei Szenen, die der Bewegung von Strahlung sowohl in natürlichen als auch in institutionellen Systemen nachgehen, legen offen, wie unsichtbare und langsame Umweltzerstörung die öffentliche Gesundheit, politische Entscheidungen und gesellschaftliche Narrative prägte. Zugleich erinnert die Ausstellung daran, dass Strahlung niemals vollständig der Vergangenheit angehört: Sie lässt sich weder einer einzelnen Generation noch einer bestimmten Geografie zuordnen. So wie Strahlung, die durch Wolken getragen wird und in den Boden einsickert, über die Erde in die Gegenwart weiterwirkt, zirkulieren auch die Bilder dieses Ereignisses weiterhin in persönlicher und kollektiver Erinnerung.

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Ein Ausschnitt aus dem Film Toprakaltı (2026)

İnci Gökmen, im Labor der University of Maryland, Ende der 1970er Jahre

Onur Gökmen, Çay İçen Bakan, 2026

Panel: Über die Produktion und das Sammeln von Videokunst – ein Künstlerinnen- & Sammlergespräch

Datum 04. April 2026
Sparte Bildende Kunst

Am Vormittag des 04. April findet im Elgiz Museum Istanbul in Kooperation mit der Kulturakademie Tarabya ein Panelgespräch statt, das die Produktion von Videokunst, das Sammeln von Videoarbeiten sowie die aktuelle Transformation des Mediums Video aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Das Gespräch soll einen Dialograum über Videokunst zwischen Künstlerin und Sammler eröffnen und zum gemeinsamen Reflektieren über die Schnittstellen verschiedener Produktions- und Sammelpraktiken anregen. 

Im Rahmen des Panels kommen Annika Kahrs und Agah Uğur zusammen. Annika Kahrs ist aktuell Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya und Künstlerin der Videoarbeit „A BIG YEAR“, die kürzlich in die Elgiz Collection aufgenommen wurdeAgah Uğur sammelt zeitgenössische Kunst; seine Sammlung hat einen Schwerpunkt auf Video- und Neue-Medien-Kunst . Moderiert wird das Gespräch von der Künstlerin, Wissenschaftlerin und Regisseurin Zeyno Pekünlü. 

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung über das Registrierungsformular erforderlich.
Hier geht’s zum Anmeldeformular

Samstag, 4. April 2026, 11:00–12:30 Uhr
Ort: Elgiz Museum 

Annika Kahrs (geb. 1984)
Annika Kahrs lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Performances, Filme und Klanginstallationen zeigen auf unterschiedliche Weise die Bedeutung akustischer Information in Form von Musik und Klang innerhalb verschiedener sozialer, kultureller und politischer Strukturen des Zusammenlebens. In den letzten Jahren erhielt Kahrs zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter Mercedes-Benz Art Scope & Arts Initiative Tokyo in Japan (2024), Casa Baldi der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo in Italien (2024) sowie Villa Aurora in Los Angeles, USA (2023). Im Herbst 2024 wurde sie für die Shortlist des Pauli-Preises (ehemals Böttcherstraße Bremen) nominiert. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. 

Agah Uğur (geb. 1957)
Neben seiner langjährigen Führungserfahrung in der Wirtschaft ist Agah Uğur als Sammler zeitgenössischer Kunst bekannt, mit einem besonderen Fokus auf Video- und Neue-Medien-Kunst. Nach Tätigkeiten in internationalen Unternehmen übernahm er Führungs- und CEO-Positionen bei Borusan Holding. Heute ist er weiterhin aktiv in verschiedenen Unternehmen und Initiativen tätig und vertieft zugleich sein Engagement für zeitgenössische Kunst durch seine Sammlungspraxis. 

Zeyno Pekünlü (geb. 1980)
Zeyno Pekünlü ist eine Künstlerin, deren Arbeiten überwiegend in Form von Video und Installation entstehen. Ihre Werke wurden sowohl in der Türkei als auch international u. a. bei SALT, Istanbul Modern, CAC Brétigny, MAXXI (Rom), Whitechapel Gallery (London), Hammer Museum (Los Angeles) und dem Jewish Museum (New York) gezeigt. Zudem nahm sie an Biennalen wie der 14. Istanbul Biennale, der Jakarta Biennale und EVA International (Irland) teil. Sie ist Mitglied des Red Thread Journal-Redaktionskollektivs und gemeinsam mit Köken Ergun Mitbegründerin der Initiative KIRIK.  

 

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Esra Ersen

Jahr 2015
Sparte Bildende Kunst

Esra Ersen studierte an der Fakultät für Bildende Kunst an der Marmara Universität in Istanbul und absolvierte ein Post-Diplom-Programm an der École supérieure des beaux-arts in Nantes. In ihrer auf Recherche basierenden Praxis beschäftigt sie sich mit Fragestellungen von Geschichte und geschichtlichen Perspektiven und ihrem Widerhall in Alltagskultur, Bildung und kulturellen Symbolen im Wandel der Zeit. Nationale Identitäten und die Mechanismen ihrer Konstruktion sind wiederkehrende Motive ihrer Arbeit, in der sie die Kluft zwischen mündlicher Überlieferung und kollektiver Erinnerung, zwischen Mikrogeschichte und Makrogeschichte zu überbrücken sucht. Den von ihr gewählten Fragestellungen begegnet sie mit heiterer Subversion, um die vielschichtigen, teils widersprüchlichen Aspekte unserer sozialen Wirklichkeit sichtbar zu machen. Sie hat u. a. teilgenommen an der 14. Istanbul Biennale (2015), der 27. São Paulo Biennale (2006), der 4. Liverpool Biennale (2006), der 4. Kwangju Biennale (2002) und der Manifesta 4, Frankfurt am Main (2002). Außerdem erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. war sie 2019/2020 Rompreisträgerin der Villa Massimo.

Esra Ersen war von September bis November 2015 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2015
Sparte Bildende Kunst
© Privat

Esra Ersen studierte an der Fakultät für Bildende Kunst an der Marmara Universität in Istanbul und absolvierte ein Post-Diplom-Programm an der École supérieure des beaux-arts in Nantes. In ihrer auf Recherche basierenden Praxis beschäftigt sie sich mit Fragestellungen von Geschichte und geschichtlichen Perspektiven und ihrem Widerhall in Alltagskultur, Bildung und kulturellen Symbolen im Wandel der Zeit. Nationale Identitäten und die Mechanismen ihrer Konstruktion sind wiederkehrende Motive ihrer Arbeit, in der sie die Kluft zwischen mündlicher Überlieferung und kollektiver Erinnerung, zwischen Mikrogeschichte und Makrogeschichte zu überbrücken sucht. Den von ihr gewählten Fragestellungen begegnet sie mit heiterer Subversion, um die vielschichtigen, teils widersprüchlichen Aspekte unserer sozialen Wirklichkeit sichtbar zu machen. Sie hat u. a. teilgenommen an der 14. Istanbul Biennale (2015), der 27. São Paulo Biennale (2006), der 4. Liverpool Biennale (2006), der 4. Kwangju Biennale (2002) und der Manifesta 4, Frankfurt am Main (2002). Außerdem erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. war sie 2019/2020 Rompreisträgerin der Villa Massimo.

Esra Ersen war von September bis November 2015 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Sarah Szczesny

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Sarah Szczesny lebt und arbeitet in Köln. Sie schloss ihr Kunststudium 2009 als Meisterschülerin von Prof. Rosemarie Trockel ab. Seit 2021 hat sie einen interdisziplinären Lehrauftrag für Visuelle Methoden an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, seit 2024 lehrt sie Malerei an der Universität zu Köln und war Gastdozentin an der Kunstakademie Münster. Ihre Arbeiten in den Bereichen Malerei, Collage, Video und Performance wurden national und international gezeigt, unter anderem im Kunstverein Düsseldorf, im Neuer Aachener Kunstverein, bei Ludlow 38 und der Martos Gallery in New York sowie bei O-Town House in Los Angeles. Essenziell für ihre Praxis ist das Infragestellen kultureller Hierarchien sowie eine experimentelle Erweiterung der Malerei durch Animation, Sound und popkulturelle Referenzen. Seit 2016 arbeitet sie gemeinsam mit der Musikerin und Produzentin Lena Willikens an dem prozessualen Projekt Phantom Kino Ballett, das Performances, Videoarbeiten und Installationen umfasst und in Kunstinstitutionen, Theatern sowie auf Musik- und Filmfestivals präsentiert wird.  

Sarah Szczesny war von Februar bis Mai 2026 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Anna Sofie Hartmann

Sarah Szczesny lebt und arbeitet in Köln. Sie schloss ihr Kunststudium 2009 als Meisterschülerin von Prof. Rosemarie Trockel ab. Seit 2021 hat sie einen interdisziplinären Lehrauftrag für Visuelle Methoden an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, seit 2024 lehrt sie Malerei an der Universität zu Köln und war Gastdozentin an der Kunstakademie Münster. Ihre Arbeiten in den Bereichen Malerei, Collage, Video und Performance wurden national und international gezeigt, unter anderem im Kunstverein Düsseldorf, im Neuer Aachener Kunstverein, bei Ludlow 38 und der Martos Gallery in New York sowie bei O-Town House in Los Angeles. Essenziell für ihre Praxis ist das Infragestellen kultureller Hierarchien sowie eine experimentelle Erweiterung der Malerei durch Animation, Sound und popkulturelle Referenzen. Seit 2016 arbeitet sie gemeinsam mit der Musikerin und Produzentin Lena Willikens an dem prozessualen Projekt Phantom Kino Ballett, das Performances, Videoarbeiten und Installationen umfasst und in Kunstinstitutionen, Theatern sowie auf Musik- und Filmfestivals präsentiert wird.  

Sarah Szczesny war von Februar bis Mai 2026 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Johannes Vogl

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Johannes Vogl baut aus alltäglichen Dingen recht eigensinnige Skulpturen und Maschinen. Er lässt sich nicht als klassischen Bildhauer beschreiben, er ist vielmehr ein poetischer Erfinder. Oft sind es alltägliche Situationen, die Vogl bei seinen Skulpturen, Installationen oder Videos inspirieren. Die Gegenstände und Apparate dienen nicht mehr dem Menschen, erfüllen keine sinnvollen Aufgaben, sondern befinden sich in endlosen Loops und monotonen Selbstgesprächen. Die Arbeiten agieren als maschinelle Außenseiter, als Sonderlinge. Das Verhältnis von Mensch und Skulptur, Subjekt und Objekt, Beobachter und Beobachtetem verschiebt sich zugunsten der Dingwelt. 

Johannes Vogl war von Februar bis Mai 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Adina Mocanu

Johannes Vogl baut aus alltäglichen Dingen recht eigensinnige Skulpturen und Maschinen. Er lässt sich nicht als klassischen Bildhauer beschreiben, er ist vielmehr ein poetischer Erfinder. Oft sind es alltägliche Situationen, die Vogl bei seinen Skulpturen, Installationen oder Videos inspirieren. Die Gegenstände und Apparate dienen nicht mehr dem Menschen, erfüllen keine sinnvollen Aufgaben, sondern befinden sich in endlosen Loops und monotonen Selbstgesprächen. Die Arbeiten agieren als maschinelle Außenseiter, als Sonderlinge. Das Verhältnis von Mensch und Skulptur, Subjekt und Objekt, Beobachter und Beobachtetem verschiebt sich zugunsten der Dingwelt. 

Johannes Vogl war von Februar bis Mai 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.

Annika Kahrs

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Annika Kahrs lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Performances, Film- und Soundinstallationen zeigen auf unterschiedliche Weise, welche Bedeutung akustische Informationen in Form von Musik und Klang in verschiedenen sozialen, kulturellen und politischen Strukturen des Zusammenlebens spielen. In den letzten Jahren wurde Kahrs mehrfach ausgezeichnet und erhielt diverse Stipendien darunter der Mercedes-Benz Art Scope & Arts Initiative Tokyo in Japan (2024), an der Casa Baldi der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo in Italien (2024) sowie an der Villa Aurora in Los Angeles, USA (2023). Im Herbst 2024 war sie für die Shortlist des Pauli-Preises (ehemals Kunstpreis der Böttcherstraße Bremen) nominiert. Kahrs’ Arbeiten wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. Zu ihren jüngsten Ausstellungen gehören Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin (2025), Biennale Son, Sion, Schweiz (2025), EMΣT | The National Museum of Contemporary Art Athens, Griechenland (2025), Kunsthaus Baselland, Basel, Schweiz (2025), 60. Oktober Salon, Belgrad, Serbien (2024), Schering Stiftung, Berlin (2023), TONO Festival, Mexiko-Stadt, Mexiko (2023), Hamburger Kunsthalle, Hamburg (2022), 16e Biennale d’artcontemporain de Lyon, Frankreich (2022), The Brick (LAXART), Los Angeles, USA (2021). 

Annika Kahrs war von Februar bis Mai 2026 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Rosanna Graf

Annika Kahrs lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Performances, Film- und Soundinstallationen zeigen auf unterschiedliche Weise, welche Bedeutung akustische Informationen in Form von Musik und Klang in verschiedenen sozialen, kulturellen und politischen Strukturen des Zusammenlebens spielen. In den letzten Jahren wurde Kahrs mehrfach ausgezeichnet und erhielt diverse Stipendien darunter der Mercedes-Benz Art Scope & Arts Initiative Tokyo in Japan (2024), an der Casa Baldi der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo in Italien (2024) sowie an der Villa Aurora in Los Angeles, USA (2023). Im Herbst 2024 war sie für die Shortlist des Pauli-Preises (ehemals Kunstpreis der Böttcherstraße Bremen) nominiert. Kahrs’ Arbeiten wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. Zu ihren jüngsten Ausstellungen gehören Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin (2025), Biennale Son, Sion, Schweiz (2025), EMΣT | The National Museum of Contemporary Art Athens, Griechenland (2025), Kunsthaus Baselland, Basel, Schweiz (2025), 60. Oktober Salon, Belgrad, Serbien (2024), Schering Stiftung, Berlin (2023), TONO Festival, Mexiko-Stadt, Mexiko (2023), Hamburger Kunsthalle, Hamburg (2022), 16e Biennale d’artcontemporain de Lyon, Frankreich (2022), The Brick (LAXART), Los Angeles, USA (2021). 

Annika Kahrs war von Februar bis Mai 2026 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Larissa Araz & Aria Farajnezhad

Jahr 2025
Sparte Bildende Kunst

Larissa Araz (Istanbul, 1990) ist Künstlerin und Gründerin des Poşe artist-run space in Istanbul, Türkei. Sie studierte Medien, Kultur und Kommunikation an der New York University in New York und Bildende Kunst an der Koç University in Istanbul. 2019-2020 nahm sie an der Saha Studio Residency und 2020-2021 am Arter Research Program teil. 2021 erhielt sie den Prince Claus Seed Award und im Jahr 2023 war sie Stipendiatin der WHW Akademija. Im Rahmen des Programms zur Förderung von Kunstschaffenden (Artist Development Program) der Europäischen Investitionsbank wurde sie zu einem Aufenthalt an der Cité internationale des arts in Paris eingeladen. 2024 war sie Stipendiat:in der Onassis Artist Residency in Griechenland.

Araz konzentriert sich auf alternative Geschichten, nicht-menschliche Zeugen und die Konstruktion dominanter Ideologien durch institutionelle Wissensproduktion. Anhand persönlicher Erzählungen recherchiert sie Dokumente, Archive, Ruinen, Schweigen, Namen, Spuren und Erinnerungen, die nicht in das gesellschaftliche Gedächtnis aufgenommen oder dort verborgen gehalten werden. Zwischen Realität und Fiktion versucht sie, mögliche Zukünfte und unverhüllte Vergangenheiten zu diskutieren. In ihrer Praxis verwendet sie verschiedene Medien, konzentriert sich aber hauptsächlich auf Text und Bild.

Sie ist auch die andere Hälfte von palimpsest (zusammen mit dem Autor Ekin Can Göksoy), das von dem alten Glauben ausgeht, dass nichts so ist, wie es scheint. Mit einem Ansatz, der weit über das moderne Konzept des Archivs hinausgeht, in dem historische Aufzeichnungen zusammengeführt und klassifiziert werden, versucht palimpsest, ein Archiv der Anmerkungen an den Rändern von Manuskripten, der von den Wänden bröckelnden Verzierungen von Gebäuden, der schriftlichen Botschaften hinter gefundenen Fotos und der Zeugnisse dessen, was nicht mehr da ist, zu schaffen.

Im April 2018 gründete Araz den künstlerischen Workshop und Ausstellungsraum Poşe. Poşe wurde aus dem Drang heraus konzipiert, eine Gemeinschaft zu gründen. Es ist ein physischer und mentaler Freiraum für diejenigen, die das Bedürfnis nach Dialog und Kritik verspüren. Poşe hat viele Ausstellungen gezeigt, darunter Einzel- und Gruppenproduktionen, sowie öffentliche Programme und andere Inhalte.

 

Aria Farajnezhad (1989, Ahvaz) ist ein interdisziplinärer Künstler und Organisator mit einem Hintergrund in Ingenieurwesen und einer langjährigen Auseinandersetzung mit Rhythmus und dem Spiel von Perkussionsinstrumenten. Er ist ein Forscher von Klang und Bild, dessen Arbeit verschiedene Medien umfasst und sich in Richtung spekulativer Forensik bewegt. Farajnezhad ist Träger des Kunstvereins Hannover Preises (2025/2026), war 2024 Stipendiat des HIAP (Helsinki International Artist Program), 2023 Stipendiat der WHW Akademija (Zagreb, Kroatien) und 2018/2019 Stipendiat des Home Workspace Program von Ashkal Alwan (Beirut, Libanon). Von 2020 bis 2022 war er Co-Leiter des Projektraums Circa 106 (Bremen, Deutschland) und kreierte die Projektserie Future Archives (Worpswede/ Saarbrücken/Bitterfeld/Bremen, Deutschland). Aria hat ein Diplom von der Fakultät für Bildende Künste an der Universität der Künste Bremen, wo er das Meisterschüler:innen-Programm im Juli 2022 unter Natascha Sadr Haghighian abschloss. Seit Januar 2023 widmet sich Farajnezhad der Untersuchung der destabilisierten Dichotomie von Erhaltung/Zerstörung im Zusammenhang mit dem ehemaligen Gebäude der staatlichen Zentralbank in Bremen und untersucht dabei weiter die Politik der Über-/Nicht-/Unterrepräsentation, die in der Konstruktion öffentlicher Räume verankert ist. Er hat kollektive Settings organisiert, in denen das rassistische Mosaikgemälde im Bremer Hauptbahnhof kritisch hinterfragt und kollektiv überschrieben werden konnte, um alternative Perspektiven zu entwickeln, die ökumenische, hybride und nicht-hierarchische Ansichten des Menschseins teilen. Seit 2023 hat er eine Gesprächsreihe namens Mosaic Speaking ins Leben gerufen, um einen interlokalen, transregionalen Dialog zu schaffen, indem er überschriebenen Mosaiken mit verschiedenen Gesprächspartner:innen trägt und mit dem diasporischen Bruch als schöpferischer Kraft verweilt. Die Gesprächsreihe fand an verschiedenen Orten statt, unter anderem im AIR InSILo (Hollabrunn/Wien, Österreich) und im HIAP (Helsinki/Turku, Finnland), um diese mit der besonderen Rolle Bremens im Kolonialismus und der Sklaverei zu verweben. Im Mai 2024 veröffentlichte Farajnezhad gemeinsam mit GAK Bremen die Zeitung Probe-1 und gab eine Lecture-Performance heraus, die als dialogische Sitzung an der Universität Liverpool zusammen mit Azadeh Sarjoughian rund um künstlerische Methodologie und das Konzept des lebenden Archivs konzipiert wurde.

Larissa Araz und Aria Farajnezhad waren von Februar bis Mai 2025 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiat:innen der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2025
Sparte Bildende Kunst
© Sara Förster/ © Selim Süme

Larissa Araz (Istanbul, 1990) ist Künstlerin und Gründerin des Poşe artist-run space in Istanbul, Türkei. Sie studierte Medien, Kultur und Kommunikation an der New York University in New York und Bildende Kunst an der Koç University in Istanbul. 2019-2020 nahm sie an der Saha Studio Residency und 2020-2021 am Arter Research Program teil. 2021 erhielt sie den Prince Claus Seed Award und im Jahr 2023 war sie Stipendiatin der WHW Akademija. Im Rahmen des Programms zur Förderung von Kunstschaffenden (Artist Development Program) der Europäischen Investitionsbank wurde sie zu einem Aufenthalt an der Cité internationale des arts in Paris eingeladen. 2024 war sie Stipendiat:in der Onassis Artist Residency in Griechenland.

Araz konzentriert sich auf alternative Geschichten, nicht-menschliche Zeugen und die Konstruktion dominanter Ideologien durch institutionelle Wissensproduktion. Anhand persönlicher Erzählungen recherchiert sie Dokumente, Archive, Ruinen, Schweigen, Namen, Spuren und Erinnerungen, die nicht in das gesellschaftliche Gedächtnis aufgenommen oder dort verborgen gehalten werden. Zwischen Realität und Fiktion versucht sie, mögliche Zukünfte und unverhüllte Vergangenheiten zu diskutieren. In ihrer Praxis verwendet sie verschiedene Medien, konzentriert sich aber hauptsächlich auf Text und Bild.

Sie ist auch die andere Hälfte von palimpsest (zusammen mit dem Autor Ekin Can Göksoy), das von dem alten Glauben ausgeht, dass nichts so ist, wie es scheint. Mit einem Ansatz, der weit über das moderne Konzept des Archivs hinausgeht, in dem historische Aufzeichnungen zusammengeführt und klassifiziert werden, versucht palimpsest, ein Archiv der Anmerkungen an den Rändern von Manuskripten, der von den Wänden bröckelnden Verzierungen von Gebäuden, der schriftlichen Botschaften hinter gefundenen Fotos und der Zeugnisse dessen, was nicht mehr da ist, zu schaffen.

Im April 2018 gründete Araz den künstlerischen Workshop und Ausstellungsraum Poşe. Poşe wurde aus dem Drang heraus konzipiert, eine Gemeinschaft zu gründen. Es ist ein physischer und mentaler Freiraum für diejenigen, die das Bedürfnis nach Dialog und Kritik verspüren. Poşe hat viele Ausstellungen gezeigt, darunter Einzel- und Gruppenproduktionen, sowie öffentliche Programme und andere Inhalte.

 

Aria Farajnezhad (1989, Ahvaz) ist ein interdisziplinärer Künstler und Organisator mit einem Hintergrund in Ingenieurwesen und einer langjährigen Auseinandersetzung mit Rhythmus und dem Spiel von Perkussionsinstrumenten. Er ist ein Forscher von Klang und Bild, dessen Arbeit verschiedene Medien umfasst und sich in Richtung spekulativer Forensik bewegt. Farajnezhad ist Träger des Kunstvereins Hannover Preises (2025/2026), war 2024 Stipendiat des HIAP (Helsinki International Artist Program), 2023 Stipendiat der WHW Akademija (Zagreb, Kroatien) und 2018/2019 Stipendiat des Home Workspace Program von Ashkal Alwan (Beirut, Libanon). Von 2020 bis 2022 war er Co-Leiter des Projektraums Circa 106 (Bremen, Deutschland) und kreierte die Projektserie Future Archives (Worpswede/ Saarbrücken/Bitterfeld/Bremen, Deutschland). Aria hat ein Diplom von der Fakultät für Bildende Künste an der Universität der Künste Bremen, wo er das Meisterschüler:innen-Programm im Juli 2022 unter Natascha Sadr Haghighian abschloss. Seit Januar 2023 widmet sich Farajnezhad der Untersuchung der destabilisierten Dichotomie von Erhaltung/Zerstörung im Zusammenhang mit dem ehemaligen Gebäude der staatlichen Zentralbank in Bremen und untersucht dabei weiter die Politik der Über-/Nicht-/Unterrepräsentation, die in der Konstruktion öffentlicher Räume verankert ist. Er hat kollektive Settings organisiert, in denen das rassistische Mosaikgemälde im Bremer Hauptbahnhof kritisch hinterfragt und kollektiv überschrieben werden konnte, um alternative Perspektiven zu entwickeln, die ökumenische, hybride und nicht-hierarchische Ansichten des Menschseins teilen. Seit 2023 hat er eine Gesprächsreihe namens Mosaic Speaking ins Leben gerufen, um einen interlokalen, transregionalen Dialog zu schaffen, indem er überschriebenen Mosaiken mit verschiedenen Gesprächspartner:innen trägt und mit dem diasporischen Bruch als schöpferischer Kraft verweilt. Die Gesprächsreihe fand an verschiedenen Orten statt, unter anderem im AIR InSILo (Hollabrunn/Wien, Österreich) und im HIAP (Helsinki/Turku, Finnland), um diese mit der besonderen Rolle Bremens im Kolonialismus und der Sklaverei zu verweben. Im Mai 2024 veröffentlichte Farajnezhad gemeinsam mit GAK Bremen die Zeitung Probe-1 und gab eine Lecture-Performance heraus, die als dialogische Sitzung an der Universität Liverpool zusammen mit Azadeh Sarjoughian rund um künstlerische Methodologie und das Konzept des lebenden Archivs konzipiert wurde.

Larissa Araz und Aria Farajnezhad waren von Februar bis Mai 2025 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiat:innen der Kulturakademie Tarabya.