Discipline: Bildende Kunst

Merve Ünsal & Banu Çiçek Tülü

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Merve Ünsal lebt und arbeitet in Istanbul und Santa Cruz. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Methoden des Tuning In und arbeitet mit Radioübertragung, Klang, Fotografie, Video, Performance und ortsspezifischen Installationen. Ihre Arbeiten wurden in unterschiedlichen Kontexten gezeigt, insbesondere im Rahmen von Künstler:innen initiierten Projekten in Beirut, Berlin, Kairo, Hongkong, Neu-Delhi und Toronto. Bei der Teilnahme an Künstler:innenresidenzen wurde sie unter anderem von der Delfina Foundation (London), Praksis (Oslo), Fogo Island Arts, Art Metropole (Toronto) und der University of Delaware (Lewes) unterstützt. Derzeit promoviert sie an der University of California, Santa Cruz.

Merve Ünsal ist Gründerin der künstler:innenzentrierten Plattform m-est.org. Von 2019 bis 2021 war sie gemeinsam mit anderen für die Leitung und Durchführung des Arter Research Programme verantwortlich.

 

Dr. Banu Çiçek Tülü arbeitet an der Schnittstelle von Musik, Klangkunstinstallationen und künstlerischer Forschung. Musikproduktion und DJing versteht sie dabei als künstlerische Werkzeuge des Aktivismus. Ihre Installationen und Ausstellungen wurden in Europa, den USA und Afrika präsentiert.

In ihren Arbeiten verbindet sie Mehrkanalvideo, analoge Klangsynthese, Licht, Field Recordings, Skulptur, großformatige Textilinstallationen und Weberei, um feministische und queere klangliche Methoden zu erforschen, in denen der weibliche migrantische Körper präsent ist. Sie begreift Klang und Musik als politische Praxis und als Instrument zur Selbstermächtigung von BIPoC*- und LGBTQI+-Communities sowie weiterer marginalisierter Gruppen.

Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem von DJ Mag als eines der Top-Alben des Jahres 2022 ausgezeichnet und erhielt positive Kritiken in Publikationen wie Clot Magazine. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Residenzen, darunter eine Residenz für junge Musikproduzent in Namibia im Rahmen von Electric Desert. Außerdem ist sie Residentin bei Refuge Worldwide Radio in Berlin.

Merve Ünsal & Banu Çiçek Tülü sind von Oktober 2026 bis Januar 2027 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Doğa Yirik / © Jörg Dedering

Merve Ünsal lebt und arbeitet in Istanbul und Santa Cruz. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Methoden des Tuning In und arbeitet mit Radioübertragung, Klang, Fotografie, Video, Performance und ortsspezifischen Installationen. Ihre Arbeiten wurden in unterschiedlichen Kontexten gezeigt, insbesondere im Rahmen von Künstler:innen initiierten Projekten in Beirut, Berlin, Kairo, Hongkong, Neu-Delhi und Toronto. Bei der Teilnahme an Künstler:innenresidenzen wurde sie unter anderem von der Delfina Foundation (London), Praksis (Oslo), Fogo Island Arts, Art Metropole (Toronto) und der University of Delaware (Lewes) unterstützt. Derzeit promoviert sie an der University of California, Santa Cruz.

Merve Ünsal ist Gründerin der künstler:innenzentrierten Plattform m-est.org. Von 2019 bis 2021 war sie gemeinsam mit anderen für die Leitung und Durchführung des Arter Research Programme verantwortlich.

 

Dr. Banu Çiçek Tülü arbeitet an der Schnittstelle von Musik, Klangkunstinstallationen und künstlerischer Forschung. Musikproduktion und DJing versteht sie dabei als künstlerische Werkzeuge des Aktivismus. Ihre Installationen und Ausstellungen wurden in Europa, den USA und Afrika präsentiert.

In ihren Arbeiten verbindet sie Mehrkanalvideo, analoge Klangsynthese, Licht, Field Recordings, Skulptur, großformatige Textilinstallationen und Weberei, um feministische und queere klangliche Methoden zu erforschen, in denen der weibliche migrantische Körper präsent ist. Sie begreift Klang und Musik als politische Praxis und als Instrument zur Selbstermächtigung von BIPoC*- und LGBTQI+-Communities sowie weiterer marginalisierter Gruppen.

Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem von DJ Mag als eines der Top-Alben des Jahres 2022 ausgezeichnet und erhielt positive Kritiken in Publikationen wie Clot Magazine. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Residenzen, darunter eine Residenz für junge Musikproduzent in Namibia im Rahmen von Electric Desert. Außerdem ist sie Residentin bei Refuge Worldwide Radio in Berlin.

Merve Ünsal & Banu Çiçek Tülü sind von Oktober 2026 bis Januar 2027 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

Ausstellung in Diyarbakır: Dicle'nin Sürgünleri (Die Verbannten des Tigris)

Datum 11. September 2026
Sparte Bildende Kunst

Sven Johne

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Sven Johne arbeitet vor allem mit Fotografie, Film, Text und Artistic Research. Er wurde 1976 in Bergen auf Rügen, DDR, geboren und lebt heute in Berlin. Seine Arbeiten beschäftigen sich oft mit den gesellschaftlichen Folgen der deutschen Wiedervereinigung und sozialen Umbrüchen im gesamten politischen Westen. Johne verbindet dabei oft dokumentarisch-biografische Recherche mit fiktionalen oder literarischen Elementen. Dadurch bewegen sich seine Werke zwischen Realität, Erinnerung und Erzählung. Johne interessieren dabei oft persönliche Einzelschicksale und Nebenschauplätze, die „Fußnoten der Weltgeschichte“. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, auf Festivals und Biennalen gezeigt, u. a. Berlin Biennale (2022), Karachi Biennale Pakistan (2019), Riga Biennale (2018), OFF Biennale Budapest (2017), Thessaloniki Biennale (2015). wurde bereits vielfach gewürdigt, unter anderem 2016 Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin (in der Sektion Bildende Kunst), Casa Baldi Stipendium der deutschen Akademie Villa Massimo (2013), Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium (2010), Marion-Ermer-Preis (2005), Stipendium für zeitgenössische deutsche Fotografie der Alfried-Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (2004). Zuletzt erhielt er für seine umfangreichen Projekte das Visit-Stipendium der E.ON Stiftung (2022) und ein Stipendium der DZ Bank Kunststiftung (2025). Seine Arbeiten sind in vielen deutschen und internationalen Sammlungen vertreten, u.a. Museum Folkwang, Essen, MUDAM, Luxembourg, Pinakothek der Moderne, München, oder in der Fondazione Mast, Bologna, Italien.

Sven Johne war von Juni bis September 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.

 

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© KLEMM'S

Sven Johne arbeitet vor allem mit Fotografie, Film, Text und Artistic Research. Er wurde 1976 in Bergen auf Rügen, DDR, geboren und lebt heute in Berlin. Seine Arbeiten beschäftigen sich oft mit den gesellschaftlichen Folgen der deutschen Wiedervereinigung und sozialen Umbrüchen im gesamten politischen Westen. Johne verbindet dabei oft dokumentarisch-biografische Recherche mit fiktionalen oder literarischen Elementen. Dadurch bewegen sich seine Werke zwischen Realität, Erinnerung und Erzählung. Johne interessieren dabei oft persönliche Einzelschicksale und Nebenschauplätze, die „Fußnoten der Weltgeschichte“. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, auf Festivals und Biennalen gezeigt, u. a. Berlin Biennale (2022), Karachi Biennale Pakistan (2019), Riga Biennale (2018), OFF Biennale Budapest (2017), Thessaloniki Biennale (2015). wurde bereits vielfach gewürdigt, unter anderem 2016 Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin (in der Sektion Bildende Kunst), Casa Baldi Stipendium der deutschen Akademie Villa Massimo (2013), Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium (2010), Marion-Ermer-Preis (2005), Stipendium für zeitgenössische deutsche Fotografie der Alfried-Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (2004). Zuletzt erhielt er für seine umfangreichen Projekte das Visit-Stipendium der E.ON Stiftung (2022) und ein Stipendium der DZ Bank Kunststiftung (2025). Seine Arbeiten sind in vielen deutschen und internationalen Sammlungen vertreten, u.a. Museum Folkwang, Essen, MUDAM, Luxembourg, Pinakothek der Moderne, München, oder in der Fondazione Mast, Bologna, Italien.

Sven Johne war von Juni bis September 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.

 

Open Studios

Datum 19. September 2026
Sparte Open Studio
© Mete Kaan Özdilek

Am 19. September 2026 öffnete die Kulturakademie Tarabya bereits zum zweiten Mal ihre Tore für die Open Studios. Die aktuellen Stipendiat:innen präsentierten Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Schaffen sowie die während ihrer Residenz entwickelten Projekte. Von Performances und partizipativen Formaten über Videoarbeiten bis hin zu Klang- und Archivprojekten bot der Nachmittag Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Rechercheprozesse der Stipendiat:innen.

Achim Lengerer lud gemeinsam mit dem Journalisten Serkan Seymen zu einer partizipativen Listening Session ein, in der Interviews und Klangaufnahmen aus seiner akustischen Recherche zum Ford-Streik von 1973 in Köln zu hören waren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Solidaritäten zwischen als auch Ausschlüsse von migrantischen und nicht-migrantischen Arbeiter:innen in Westdeutschland und die Nachwirkungen dieser Ereignisse über nachfolgende Generationen hinweg.

Die Koproduktionsstipendiatinnen Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken präsentierten mit A House in Kalamış die Geschichte einer dreistöckigen Villa im gleichnamigen Istanbuler Stadtteil , die sich zu einem vielschichtigen Bild der Stadtgeschichte zwischen Osmanischem Reich und Türkischer Republik entfaltet. Namen, Fotografien, Dokumente und Erinnerungen verbinden dabei persönliche und kollektive Geschichte.

Nele Stuhler stellte im Teehaus ihre Arbeit und Recherche vor, die sich spielerisch mit Sprache, Sitzen, Settlement und verschiedenen Formen des Sich-Einfindens auseinandersetzt. Ihre performative Präsentation wurde musikalisch von der Atelier-Galata-Stipendiatin Ruth Kemna begleitet.

Ozan Zakariya Keskinkılıç gab Einblicke in seine poetische Auseinandersetzung mit Schlangen und ihren mythologischen Erzählungen in Istanbul. Ausgehend von der Schlangensäule am Sultanahmet-Platz und den Darstellungen von Medusa bis hin zur Figur der Şahmaran verbindet seine Recherche verschiedene Orte und Geschichten der Stadt. Musikalisch begleitet von Gökçe Uygun, las er Lyrik aus seinem im Oktober erscheinenden Gedichtband binde mich odysseus gleich an die ubahnstange.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan präsentierten eine erste Auswahl aus ihrem Forschungsprojekt Video Topographies: Archiving Ecological and Spatial Injustices. Die während ihrer Residenz entstandenen Videoaufnahmen dokumentieren ökologische Zerstörung, räumliche Transformation, Verdrängung und Alltagsleben entlang des Tigris. Abgerundet wurde ihre Präsentation mit einem Panel zu den Themen Katastrophe, Bild, Raum und Zeugenschaft mit Sema Aslan und Servet Kaplan.

Sven Johne zeigte Ausschnitte aus seinem neuen Video Alina, das er während seines Aufenthalts in Tarabya finalisierte. Das Video wird im Oktober in Frankfurt am Main seine Premiere feiern.

Einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung bot Volkan T error mit einer Live-Präsentation eines Ausschnitts aus The Reconstruction Tapes, einer audiovisuellen Serie über die Geschichte und Gegenwart des Istanbuler Stadtteils Aksaray und die eigene Familiengeschichte. Inspiriert von Mixtapes der 1990er-Jahre verbindet die Arbeit Interviews und Field Recordings mit Beats, Loops, Poesie und elektroakustischen Elementen.

Die Open Studios machten damit nicht nur die Vielfalt der künstlerischen Praktiken der aktuellen Stipendiat:innen sichtbar, sondern auch die unterschiedlichen Wege, auf denen ihre Recherchen während des Aufenthalts mit Orten, Geschichten und gesellschaftlichen Fragen in der Türkei in Verbindung treten.

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Pelin Tan & Özge Çelikaslan

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Pelin Tan ist die sechste Preisträgerin des Keith-Haring-Preises für Kunst und Aktivismus (2019) und lebt in Mardin. Sie ist Professorin an der Fakultät für Bildende Künste und Leiterin des Masterstudiengangs Kulturwissenschaften an der Universität Batman in der Türkei. Tan war Roemer-Stipendiatin am Orient-Institut in Beirut (2024) und Gastforscherin am Nationalen Institut für Sozialwissenschaften in Athen (2026). Seit 2019 ist sie Kuratoriumsmitglied der IBA Stuttgart 2027. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift i press, Cambridge (USA). Ihr Buch Forms of Non-Belonging, wurde von e-flux books & Sternberg Press, MIT Press veröffentlicht, 2026.

Gemeinsam mit Künstler Anton Vidokle führte sie bei mehreren Kurzfilmen Regie und erhielt für ihren letzten Film Gılgamesh: She, Who Saw the Deep / Gilgamêş: Ewe ku kûrahî dît (2022) den Sharjah Film-Preis (2020). Der kurze Dokumentarfilm Landscapes as Archives wurde in der Qattan Foundation in Ramallah (2023) vorgeführt. Kürzlich wurde ihr Forschungsvideo über die Gemeinschaft der Ezidi-Frauen und weibliche Arbeitskraft, Dimeşin/Walking, im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb (msu) ausgestellt. Tans Werke wurden u.a. im CIVA Brüssel (2024), auf der Osloer Architekturtriennale (2016), der Bergen Assembly (2013), der Istanbul Biennale (2007, 2015, 2022), der Beijing Art Biennale (2023), der Lissabonner Architekturtriennale (2014), bei Ashkal Alwan Homeworks und der Istanbul Design Biennale (2021) ausgestellt. Tan ist Mitglied des Videokollektivs Artıkİşler und der in Mardin ansässigen Arazi Assembly.

Özge Çelikaslan beschäftigt sich mit bewegten Bildern, Archivpraxis und forschungsbasierter Kunst und setzt sich anhand von übersehenen audiovisuellen Materialien mit Fragen des Gedächtnisses, des Ortes und der Archivökologien auseinander. Ihre Installationen und Archivassemblagen erforschen, wie Lücken im Archiv Raum für unterdrückte Narrative und angezweifelte Geschichtsdeutungen schaffen können. Çelikaslan promovierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK). Ihre Forschung zu Archiven als Gemeingut bildete die Grundlage für die Publikation Archiving the Commons: Looking through the Lens of bak.ma (2024). Sie ist Mitbegründerin von bak.ma, einem kollaborativen digitalen Archiv, das sich mit beziehungsorientiertem Erinnern und partizipativen Formen der Dokumentation und Neuvorstellungen von Geschichte befasst. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem auf der Transmediale, der Istanbul Biennale, im HKW Berlin, im ZKM Karlsruhe und bei De Appel. Sie erhielt Künstleraufenthalte und Stipendien, unter anderem bei AGIT Berlin, der Akademie Schloss Solitude und CAIS Bochum.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan waren von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Ouyang Yangyi / © Courtesy of the artist

Pelin Tan ist die sechste Preisträgerin des Keith-Haring-Preises für Kunst und Aktivismus (2019) und lebt in Mardin. Sie ist Professorin an der Fakultät für Bildende Künste und Leiterin des Masterstudiengangs Kulturwissenschaften an der Universität Batman in der Türkei. Tan war Roemer-Stipendiatin am Orient-Institut in Beirut (2024) und Gastforscherin am Nationalen Institut für Sozialwissenschaften in Athen (2026). Seit 2019 ist sie Kuratoriumsmitglied der IBA Stuttgart 2027. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift i press, Cambridge (USA). Ihr Buch Forms of Non-Belonging, wurde von e-flux books & Sternberg Press, MIT Press veröffentlicht, 2026.

Gemeinsam mit Künstler Anton Vidokle führte sie bei mehreren Kurzfilmen Regie und erhielt für ihren letzten Film Gılgamesh: She, Who Saw the Deep / Gilgamêş: Ewe ku kûrahî dît (2022) den Sharjah Film-Preis (2020). Der kurze Dokumentarfilm Landscapes as Archives wurde in der Qattan Foundation in Ramallah (2023) vorgeführt. Kürzlich wurde ihr Forschungsvideo über die Gemeinschaft der Ezidi-Frauen und weibliche Arbeitskraft, Dimeşin/Walking, im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb (msu) ausgestellt. Tans Werke wurden u.a. im CIVA Brüssel (2024), auf der Osloer Architekturtriennale (2016), der Bergen Assembly (2013), der Istanbul Biennale (2007, 2015, 2022), der Beijing Art Biennale (2023), der Lissabonner Architekturtriennale (2014), bei Ashkal Alwan Homeworks und der Istanbul Design Biennale (2021) ausgestellt. Tan ist Mitglied des Videokollektivs Artıkİşler und der in Mardin ansässigen Arazi Assembly.

Özge Çelikaslan beschäftigt sich mit bewegten Bildern, Archivpraxis und forschungsbasierter Kunst und setzt sich anhand von übersehenen audiovisuellen Materialien mit Fragen des Gedächtnisses, des Ortes und der Archivökologien auseinander. Ihre Installationen und Archivassemblagen erforschen, wie Lücken im Archiv Raum für unterdrückte Narrative und angezweifelte Geschichtsdeutungen schaffen können. Çelikaslan promovierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK). Ihre Forschung zu Archiven als Gemeingut bildete die Grundlage für die Publikation Archiving the Commons: Looking through the Lens of bak.ma (2024). Sie ist Mitbegründerin von bak.ma, einem kollaborativen digitalen Archiv, das sich mit beziehungsorientiertem Erinnern und partizipativen Formen der Dokumentation und Neuvorstellungen von Geschichte befasst. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem auf der Transmediale, der Istanbul Biennale, im HKW Berlin, im ZKM Karlsruhe und bei De Appel. Sie erhielt Künstleraufenthalte und Stipendien, unter anderem bei AGIT Berlin, der Akademie Schloss Solitude und CAIS Bochum.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan waren von Juni bis September 2026 als Tandem im Rahmen der deutsch-türkischen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiatinnen der Kulturakademie Tarabya.

 

Open Studios

Datum 19. September 2026
Sparte Open Studio
© Mete Kaan Özdilek

Am 19. September 2026 öffnete die Kulturakademie Tarabya bereits zum zweiten Mal ihre Tore für die Open Studios. Die aktuellen Stipendiat:innen präsentierten Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Schaffen sowie die während ihrer Residenz entwickelten Projekte. Von Performances und partizipativen Formaten über Videoarbeiten bis hin zu Klang- und Archivprojekten bot der Nachmittag Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Rechercheprozesse der Stipendiat:innen.

Achim Lengerer lud gemeinsam mit dem Journalisten Serkan Seymen zu einer partizipativen Listening Session ein, in der Interviews und Klangaufnahmen aus seiner akustischen Recherche zum Ford-Streik von 1973 in Köln zu hören waren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Solidaritäten zwischen als auch Ausschlüsse von migrantischen und nicht-migrantischen Arbeiter:innen in Westdeutschland und die Nachwirkungen dieser Ereignisse über nachfolgende Generationen hinweg.

Die Koproduktionsstipendiatinnen Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken präsentierten mit A House in Kalamış die Geschichte einer dreistöckigen Villa im gleichnamigen Istanbuler Stadtteil , die sich zu einem vielschichtigen Bild der Stadtgeschichte zwischen Osmanischem Reich und Türkischer Republik entfaltet. Namen, Fotografien, Dokumente und Erinnerungen verbinden dabei persönliche und kollektive Geschichte.

Nele Stuhler stellte im Teehaus ihre Arbeit und Recherche vor, die sich spielerisch mit Sprache, Sitzen, Settlement und verschiedenen Formen des Sich-Einfindens auseinandersetzt. Ihre performative Präsentation wurde musikalisch von der Atelier-Galata-Stipendiatin Ruth Kemna begleitet.

Ozan Zakariya Keskinkılıç gab Einblicke in seine poetische Auseinandersetzung mit Schlangen und ihren mythologischen Erzählungen in Istanbul. Ausgehend von der Schlangensäule am Sultanahmet-Platz und den Darstellungen von Medusa bis hin zur Figur der Şahmaran verbindet seine Recherche verschiedene Orte und Geschichten der Stadt. Musikalisch begleitet von Gökçe Uygun, las er Lyrik aus seinem im Oktober erscheinenden Gedichtband binde mich odysseus gleich an die ubahnstange.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan präsentierten eine erste Auswahl aus ihrem Forschungsprojekt Video Topographies: Archiving Ecological and Spatial Injustices. Die während ihrer Residenz entstandenen Videoaufnahmen dokumentieren ökologische Zerstörung, räumliche Transformation, Verdrängung und Alltagsleben entlang des Tigris. Abgerundet wurde ihre Präsentation mit einem Panel zu den Themen Katastrophe, Bild, Raum und Zeugenschaft mit Sema Aslan und Servet Kaplan.

Sven Johne zeigte Ausschnitte aus seinem neuen Video Alina, das er während seines Aufenthalts in Tarabya finalisierte. Das Video wird im Oktober in Frankfurt am Main seine Premiere feiern.

Einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung bot Volkan T error mit einer Live-Präsentation eines Ausschnitts aus The Reconstruction Tapes, einer audiovisuellen Serie über die Geschichte und Gegenwart des Istanbuler Stadtteils Aksaray und die eigene Familiengeschichte. Inspiriert von Mixtapes der 1990er-Jahre verbindet die Arbeit Interviews und Field Recordings mit Beats, Loops, Poesie und elektroakustischen Elementen.

Die Open Studios machten damit nicht nur die Vielfalt der künstlerischen Praktiken der aktuellen Stipendiat:innen sichtbar, sondern auch die unterschiedlichen Wege, auf denen ihre Recherchen während des Aufenthalts mit Orten, Geschichten und gesellschaftlichen Fragen in der Türkei in Verbindung treten.

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Mehtap Baydu: Loving You Is So Hard!

Datum 29. April - 16. November 2026
Sparte Bildende Kunst
Photo: Hadiye Cangökçe

Mehtap Baydus erste institutionelle Einzelausstellung in der Türkei, Loving You Is So Hard!, vereint neue, eigens für diesen Kontext entwickelte Arbeiten mit einer Auswahl jüngerer Werke der Künstlerin. Die Ausstellung macht die Verbindungen und Übergänge sichtbar, die Baydu zwischen unterschiedlichen Medien wie Performance, Skulptur, Fotografie und Video herstellt, und schafft einen vielschichtigen sinnlichen Raum, in dem Körper und Objekte in wechselseitige Beziehung treten. Im Zentrum von Loving You Is So Hard! steht eine Vielschichtigkeit, die sich in immer wieder wandelnden Formen des Miteinanders öffnet. Indem Baydu Narrative und Elemente aus ihrer persönlichen Erinnerung aneignet und transformiert, verschiedene Identitäten annimmt und sich mit nicht-menschlichen Entitäten auseinandersetzt, verweisen ihre Arbeiten auf eine Fluidität, die etablierte Definitionen und feste Vorstellungen von Selbstsein unterläuft.

Loving You Is So Hard! greift die Distanz und Spannung auf, die dem Begehren oft innewohnen, und verbindet sie mit dem Versprechen absoluter Nähe sowie einem Gefühl impliziter Abwesenheit, das den für Baydus Praxis zentralen Prozess des Formens kennzeichnet. Indem die gezeigten Arbeiten den Willen und die Verletzlichkeit des Lebens aufgreifen, materialisieren sie einen inklusiven, kollektiven Körper, der von der Künstlerin durch Vervielfältigung, Fragmentierung, Abdrücke und Überlagerungen kontinuierlich geformt wird. Die räumliche Inszenierung der Ausstellung bringt Arbeiten aus unterschiedlichen Materialien und Texturen – darunter Keramik, Bronze, Stoff, Papier und Glas – zusammen und ergänzt sie durch Dokumentationen und performative Spuren, die diese Produktionen umgeben. Diese Anordnung hebt eine vielgestaltige künstlerische Praxis hervor, in der Performance in Objekthaftigkeit übergeht und das Objekt performative Potenziale entfaltet, und lädt die Besucher:innen dazu ein, Baydus Arbeiten durch die Konzepte des Dazwischen, der Transformation und des Anderen zu erfahren.

Loving You Is So Hard! umfasst zudem die Performance Atem, die Mehtap Baydu erstmals 2019 in einem Ladenlokal realisierte, das sich direkt zur Straße hin in Berlin öffnete. Durch die Neukonfiguration der Arbeit für den Galerieraum bei Arter markiert die Ausstellung ihre erste Aufführung innerhalb einer Kunstinstitution. In der Performance, die vielschichtige Bedeutungen von Zurückhaltung, Dazwischen und Leere untersucht, materialisiert Baydu ihren unsichtbaren Atem, indem sie einen Ballon aufbläst, dessen Volumen exakt dem für die Arbeit vorgesehenen Raum entspricht. Die Live-Performance von Breath (Atem) wird in den etwa zwanzig Tagen nach der Ausstellungseröffnung während der Öffnungszeiten von Arter in unregelmäßigen Abständen stattfinden. Besucher:innen können die Performance hinter einer Glasscheibe beobachten, bis der von Baydu aufgeblasene Ballon den Raum vollständig ausfüllt.

Die Ausstellung umfasst außerdem ein Werk, das mit Unterstützung des Alumni-Fonds der Kulturakademie Tarabya realisiert wurde.

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© Kayhan Kaygusuz

© Kayhan Kaygusuz

© Kayhan Kaygusuz

© Kayhan Kaygusuz

Ausstellung von Onur Gökmen im Salt Galata: Subsoil

Datum 02. April - 03. Mai 2026
Sparte Bildende Kunst
Ein Ausschnitt aus dem Film Toprakaltı (2026)

Vom 02. April bis 03. Mai 2026 kann Onur Gökmens Ausstellung Toprakaltı, an welcher er auch im Rahmen seines Aufenthalts an der Kulturakademie Tarabya von Juni bis September 2025 arbeitete, im SALT Galata besucht werden. Die Ausstellung thematisiert ein Ereignis, das in der türkischen Umwelt- und Institutionsgeschichte bisher nur eingeschränkt Beachtung gefunden hat: die Entdeckung radioaktiver Kontamination in Tee aus der Schwarzmeerregion nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. 

Nach der Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl führte ein Team von Wissenschaftler:innen an der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ) – darunter auch die Eltern des Künstlers, İnci und Ali Gökmen – eine Untersuchung durch, um die Auswirkungen des radioaktiven Niederschlags auf den in der Schwarzmeerregion angebauten Tee zu messen. Die Ergebnisse wurden in einem Bericht zusammengefasst und den zuständigen Behörden vorgelegt. Offizielle Stellungnahmen neigten jedoch dazu, Ausmaß und Gesundheitsrisiken der Kontamination herunterzuspielen – nicht zuletzt aus Sorge um wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität. Während Debatten über öffentliche Gesundheit und Verantwortlichkeit andauerten, gelangte der ODTÜ-Bericht schließlich an die Presse. Obwohl die Berichterstattung, die das Thema häufig über mediale Bilder und Schlagzeilen aufgriff, eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit erzeugte, blieben institutionelle Reaktionen weitgehend unverändert und kontaminierter Tee blieb weiterhin im Umlauf. Verharmlosende Aussagen über die Folgen der nuklearen Kontamination – etwa ‚Radioaktiver Tee schmeckt besser‘ oder ‚Ein bisschen Strahlung ist gut für die Knochen‘ – sowie Bilder staatlicher Funktionsträger beim Teetrinken prägten sich tief ins kollektive Gedächtnis ein. Tee wurde so zu einem materiellen Zeugnis unsichtbarer Strahlung und zum Träger nuklearer Angst. 

Die Ausstellung geht diesem bedeutenden Ereignis der (türkischen) Nukleargeschichte in drei Teilen nach, wobei sie fiktionale und dokumentarische Elemente verbindet. Damit schafft sie einen Dialog zwischen Erzählung und Beweis. Der erste Teil zeigt einen räumlichen Ausschnitt aus der ODTÜ, wo die Kontamination des Tees bewiesen wurde, sowie einen Dokumentarfilm, der auf den Schilderungen von İnci und Ali Gökmen basiert. Der zweite Abschnitt, angesiedelt in einem Fernsehstudio, spiegelt die Verflechtung von Medien, Staatsapparaten und Bürokratie wider. Im Zentrum der Installation steht ein Kurzfilm, der von Nachrichtenbeiträgen ausgeht, die einerseits die Menge radioaktiver Substanzen im Tee leugnen und zugleich ein imaginäres Bild der Schwarzmeerregion entwerfen. Der dritte Teil, der sich hinter den Kulissen befindet, besteht aus Fotografien, die gleichsam zwischen diesen beiden Erzählsträngen hindurchsickern und als Spuren der Tschernobyl-Katastrophe in der Türkei gelesen werden können. 

Diese drei Szenen, die der Bewegung von Strahlung sowohl in natürlichen als auch in institutionellen Systemen nachgehen, legen offen, wie unsichtbare und langsame Umweltzerstörung die öffentliche Gesundheit, politische Entscheidungen und gesellschaftliche Narrative prägte. Zugleich erinnert die Ausstellung daran, dass Strahlung niemals vollständig der Vergangenheit angehört: Sie lässt sich weder einer einzelnen Generation noch einer bestimmten Geografie zuordnen. So wie Strahlung, die durch Wolken getragen wird und in den Boden einsickert, über die Erde in die Gegenwart weiterwirkt, zirkulieren auch die Bilder dieses Ereignisses weiterhin in persönlicher und kollektiver Erinnerung.

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Ein Ausschnitt aus dem Film Toprakaltı (2026)

İnci Gökmen, im Labor der University of Maryland, Ende der 1970er Jahre

Onur Gökmen, Çay İçen Bakan, 2026

Panel: Über die Produktion und das Sammeln von Videokunst – ein Künstlerinnen- & Sammlergespräch

Datum 04. April 2026
Sparte Bildende Kunst

Am Vormittag des 04. April findet im Elgiz Museum Istanbul in Kooperation mit der Kulturakademie Tarabya ein Panelgespräch statt, das die Produktion von Videokunst, das Sammeln von Videoarbeiten sowie die aktuelle Transformation des Mediums Video aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Das Gespräch soll einen Dialograum über Videokunst zwischen Künstlerin und Sammler eröffnen und zum gemeinsamen Reflektieren über die Schnittstellen verschiedener Produktions- und Sammelpraktiken anregen. 

Im Rahmen des Panels kommen Annika Kahrs und Agah Uğur zusammen. Annika Kahrs ist aktuell Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya und Künstlerin der Videoarbeit „A BIG YEAR“, die kürzlich in die Elgiz Collection aufgenommen wurde. Agah Uğur sammelt zeitgenössische Kunst; seine Sammlung hat einen Schwerpunkt auf Video- und Neue-Medien-Kunst . Moderiert wird das Gespräch von der Künstlerin, Wissenschaftlerin und Regisseurin Zeyno Pekünlü. 

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung über das Registrierungsformular erforderlich.
Hier geht’s zum Anmeldeformular

Samstag, 4. April 2026, 11:00–12:30 Uhr
Ort: Elgiz Museum 

Annika Kahrs (geb. 1984)
Annika Kahrs lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Performances, Filme und Klanginstallationen zeigen auf unterschiedliche Weise die Bedeutung akustischer Information in Form von Musik und Klang innerhalb verschiedener sozialer, kultureller und politischer Strukturen des Zusammenlebens. In den letzten Jahren erhielt Kahrs zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter Mercedes-Benz Art Scope & Arts Initiative Tokyo in Japan (2024), Casa Baldi der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo in Italien (2024) sowie Villa Aurora in Los Angeles, USA (2023). Im Herbst 2024 wurde sie für die Shortlist des Pauli-Preises (ehemals Böttcherstraße Bremen) nominiert. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. 

Agah Uğur (geb. 1957)
Neben seiner langjährigen Führungserfahrung in der Wirtschaft ist Agah Uğur als Sammler zeitgenössischer Kunst bekannt, mit einem besonderen Fokus auf Video- und Neue-Medien-Kunst. Nach Tätigkeiten in internationalen Unternehmen übernahm er Führungs- und CEO-Positionen bei Borusan Holding. Heute ist er weiterhin aktiv in verschiedenen Unternehmen und Initiativen tätig und vertieft zugleich sein Engagement für zeitgenössische Kunst durch seine Sammlungspraxis. 

Zeyno Pekünlü (geb. 1980)
Zeyno Pekünlü ist eine Künstlerin, deren Arbeiten überwiegend in Form von Video und Installation entstehen. Ihre Werke wurden sowohl in der Türkei als auch international u. a. bei SALT, Istanbul Modern, CAC Brétigny, MAXXI (Rom), Whitechapel Gallery (London), Hammer Museum (Los Angeles) und dem Jewish Museum (New York) gezeigt. Zudem nahm sie an Biennalen wie der 14. Istanbul Biennale, der Jakarta Biennale und EVA International (Irland) teil. Sie ist Mitglied des Red Thread Journal-Redaktionskollektivs und gemeinsam mit Köken Ergun Mitbegründerin der Initiative KIRIK.  

 

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Esra Ersen

Jahr 2015
Sparte Bildende Kunst

Esra Ersen studierte an der Fakultät für Bildende Kunst an der Marmara Universität in Istanbul und absolvierte ein Post-Diplom-Programm an der École supérieure des beaux-arts in Nantes. In ihrer auf Recherche basierenden Praxis beschäftigt sie sich mit Fragestellungen von Geschichte und geschichtlichen Perspektiven und ihrem Widerhall in Alltagskultur, Bildung und kulturellen Symbolen im Wandel der Zeit. Nationale Identitäten und die Mechanismen ihrer Konstruktion sind wiederkehrende Motive ihrer Arbeit, in der sie die Kluft zwischen mündlicher Überlieferung und kollektiver Erinnerung, zwischen Mikrogeschichte und Makrogeschichte zu überbrücken sucht. Den von ihr gewählten Fragestellungen begegnet sie mit heiterer Subversion, um die vielschichtigen, teils widersprüchlichen Aspekte unserer sozialen Wirklichkeit sichtbar zu machen. Sie hat u. a. teilgenommen an der 14. Istanbul Biennale (2015), der 27. São Paulo Biennale (2006), der 4. Liverpool Biennale (2006), der 4. Kwangju Biennale (2002) und der Manifesta 4, Frankfurt am Main (2002). Außerdem erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. war sie 2019/2020 Rompreisträgerin der Villa Massimo.

Esra Ersen war von September bis November 2015 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2015
Sparte Bildende Kunst
© Privat

Esra Ersen studierte an der Fakultät für Bildende Kunst an der Marmara Universität in Istanbul und absolvierte ein Post-Diplom-Programm an der École supérieure des beaux-arts in Nantes. In ihrer auf Recherche basierenden Praxis beschäftigt sie sich mit Fragestellungen von Geschichte und geschichtlichen Perspektiven und ihrem Widerhall in Alltagskultur, Bildung und kulturellen Symbolen im Wandel der Zeit. Nationale Identitäten und die Mechanismen ihrer Konstruktion sind wiederkehrende Motive ihrer Arbeit, in der sie die Kluft zwischen mündlicher Überlieferung und kollektiver Erinnerung, zwischen Mikrogeschichte und Makrogeschichte zu überbrücken sucht. Den von ihr gewählten Fragestellungen begegnet sie mit heiterer Subversion, um die vielschichtigen, teils widersprüchlichen Aspekte unserer sozialen Wirklichkeit sichtbar zu machen. Sie hat u. a. teilgenommen an der 14. Istanbul Biennale (2015), der 27. São Paulo Biennale (2006), der 4. Liverpool Biennale (2006), der 4. Kwangju Biennale (2002) und der Manifesta 4, Frankfurt am Main (2002). Außerdem erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. war sie 2019/2020 Rompreisträgerin der Villa Massimo.

Esra Ersen war von September bis November 2015 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Sarah Szczesny

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Sarah Szczesny lebt und arbeitet in Köln. Sie schloss ihr Kunststudium 2009 als Meisterschülerin von Prof. Rosemarie Trockel ab. Seit 2021 hat sie einen interdisziplinären Lehrauftrag für Visuelle Methoden an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, seit 2024 lehrt sie Malerei an der Universität zu Köln und war Gastdozentin an der Kunstakademie Münster. Ihre Arbeiten in den Bereichen Malerei, Collage, Video und Performance wurden national und international gezeigt, unter anderem im Kunstverein Düsseldorf, im Neuer Aachener Kunstverein, bei Ludlow 38 und der Martos Gallery in New York sowie bei O-Town House in Los Angeles. Essenziell für ihre Praxis ist das Infragestellen kultureller Hierarchien sowie eine experimentelle Erweiterung der Malerei durch Animation, Sound und popkulturelle Referenzen. Seit 2016 arbeitet sie gemeinsam mit der Musikerin und Produzentin Lena Willikens an dem prozessualen Projekt Phantom Kino Ballett, das Performances, Videoarbeiten und Installationen umfasst und in Kunstinstitutionen, Theatern sowie auf Musik- und Filmfestivals präsentiert wird.  

Sarah Szczesny war von Februar bis Mai 2026 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Anna Sofie Hartmann

Sarah Szczesny lebt und arbeitet in Köln. Sie schloss ihr Kunststudium 2009 als Meisterschülerin von Prof. Rosemarie Trockel ab. Seit 2021 hat sie einen interdisziplinären Lehrauftrag für Visuelle Methoden an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, seit 2024 lehrt sie Malerei an der Universität zu Köln und war Gastdozentin an der Kunstakademie Münster. Ihre Arbeiten in den Bereichen Malerei, Collage, Video und Performance wurden national und international gezeigt, unter anderem im Kunstverein Düsseldorf, im Neuer Aachener Kunstverein, bei Ludlow 38 und der Martos Gallery in New York sowie bei O-Town House in Los Angeles. Essenziell für ihre Praxis ist das Infragestellen kultureller Hierarchien sowie eine experimentelle Erweiterung der Malerei durch Animation, Sound und popkulturelle Referenzen. Seit 2016 arbeitet sie gemeinsam mit der Musikerin und Produzentin Lena Willikens an dem prozessualen Projekt Phantom Kino Ballett, das Performances, Videoarbeiten und Installationen umfasst und in Kunstinstitutionen, Theatern sowie auf Musik- und Filmfestivals präsentiert wird.  

Sarah Szczesny war von Februar bis Mai 2026 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Johannes Vogl

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst

Johannes Vogl baut aus alltäglichen Dingen recht eigensinnige Skulpturen und Maschinen. Er lässt sich nicht als klassischen Bildhauer beschreiben, er ist vielmehr ein poetischer Erfinder. Oft sind es alltägliche Situationen, die Vogl bei seinen Skulpturen, Installationen oder Videos inspirieren. Die Gegenstände und Apparate dienen nicht mehr dem Menschen, erfüllen keine sinnvollen Aufgaben, sondern befinden sich in endlosen Loops und monotonen Selbstgesprächen. Die Arbeiten agieren als maschinelle Außenseiter, als Sonderlinge. Das Verhältnis von Mensch und Skulptur, Subjekt und Objekt, Beobachter und Beobachtetem verschiebt sich zugunsten der Dingwelt. 

Johannes Vogl war von Februar bis Mai 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.

Jahr 2026
Sparte Bildende Kunst
© Adina Mocanu

Johannes Vogl baut aus alltäglichen Dingen recht eigensinnige Skulpturen und Maschinen. Er lässt sich nicht als klassischen Bildhauer beschreiben, er ist vielmehr ein poetischer Erfinder. Oft sind es alltägliche Situationen, die Vogl bei seinen Skulpturen, Installationen oder Videos inspirieren. Die Gegenstände und Apparate dienen nicht mehr dem Menschen, erfüllen keine sinnvollen Aufgaben, sondern befinden sich in endlosen Loops und monotonen Selbstgesprächen. Die Arbeiten agieren als maschinelle Außenseiter, als Sonderlinge. Das Verhältnis von Mensch und Skulptur, Subjekt und Objekt, Beobachter und Beobachtetem verschiebt sich zugunsten der Dingwelt. 

Johannes Vogl war von Februar bis Mai 2026 Stipendiat der Kulturakademie Tarabya.