Elif Sözer & Zeynep Özden

Jahr 2024
Sparte Darstellende Kunst

Elif Sözer wurde in Istanbul geboren und wuchs in Wien auf. Sie absolvierte ihr Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien und machte eine Physical Theater Ausbildung auf der Grundlage der Jacques Lecoq-Pädagogik an der London International School of Performing Arts. Ihr Masterstudium in Dramaturgie und Theaterkritik absolvierte sie an der Istanbul Universität. Seit 2019 lebt sie in Berlin. Zwei Spielzeiten lang arbeitete sie dort als Teil der Schauspieldirektion der Volksbühne Berlin als Dramaturgieassistentin und Dramaturgin. Seit 2021 ist sie als freie Dramaturgin, Movement Director und Schauspielerin tätig. Seit 2024 unterrichtet sie als Dozentin für Körpertheater (Physical Theatre) am arthaus.berlin.

Zeynep Özden absolvierte ihr Bachelorstudium an der Galatasaray Universität in Istanbul im Fachbereich Radio-TV-Kino. Nach ihrem Schauspielstudium an der Pera School of Fine Arts schloss sie ihren Master in Regie an der Kadir Has Universität im Fachbereich Film und Drama ab. Seit der Gründung des Theater Pera im Jahr 2001 ist sie dort als Schauspielerin und Regisseurin tätig. Zeynep Özden arbeitet als freie Theaterregisseurin und Übersetzerin in Istanbul und inszeniert Arbeiten in Form von Lesetheater und Videoperformance. Sie nahm an zahlreichen Workshops in der Türkei und im Ausland teil und ist auch Schauspiellehrerin.

Ihre erste gemeinsame künstlerische Zusammenarbeit realisierten Elif Sözer & Zeynep Özden im Jahr 2023 mit dem Stück Kayıp Adımlar (Verlorene Schritte) im Alan Kadıköy. Das Stück wurde im Rahmen einer offenen Ausschreibung des Theaters ausgewählt und in der Spielzeit 2023/2024 regelmäßig aufgeführt.

Elif Sözer und Zeynep Özden waren von Oktober 2024 bis Januar 2025 als Tandem im Rahmen der türkisch-deutschen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiat:innen der Kulturakademie Tarabya und sind im Oktober 2025 sowie von Dezember 2025 bis Januar 2026 im Rahmen eines Verlängerung erneut vor Ort.

Jahr 2024
Sparte Darstellende Kunst
© Echu Xu, © Kurtulus Ari

Elif Sözer wurde in Istanbul geboren und wuchs in Wien auf. Sie absolvierte ihr Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien und machte eine Physical Theater Ausbildung auf der Grundlage der Jacques Lecoq-Pädagogik an der London International School of Performing Arts. Ihr Masterstudium in Dramaturgie und Theaterkritik absolvierte sie an der Istanbul Universität. Seit 2019 lebt sie in Berlin. Zwei Spielzeiten lang arbeitete sie dort als Teil der Schauspieldirektion der Volksbühne Berlin als Dramaturgieassistentin und Dramaturgin. Seit 2021 ist sie als freie Dramaturgin, Movement Director und Schauspielerin tätig. Seit 2024 unterrichtet sie als Dozentin für Körpertheater (Physical Theatre) am arthaus.berlin.

Zeynep Özden absolvierte ihr Bachelorstudium an der Galatasaray Universität in Istanbul im Fachbereich Radio-TV-Kino. Nach ihrem Schauspielstudium an der Pera School of Fine Arts schloss sie ihren Master in Regie an der Kadir Has Universität im Fachbereich Film und Drama ab. Seit der Gründung des Theater Pera im Jahr 2001 ist sie dort als Schauspielerin und Regisseurin tätig. Zeynep Özden arbeitet als freie Theaterregisseurin und Übersetzerin in Istanbul und inszeniert Arbeiten in Form von Lesetheater und Videoperformance. Sie nahm an zahlreichen Workshops in der Türkei und im Ausland teil und ist auch Schauspiellehrerin.

Ihre erste gemeinsame künstlerische Zusammenarbeit realisierten Elif Sözer & Zeynep Özden im Jahr 2023 mit dem Stück Kayıp Adımlar (Verlorene Schritte) im Alan Kadıköy. Das Stück wurde im Rahmen einer offenen Ausschreibung des Theaters ausgewählt und in der Spielzeit 2023/2024 regelmäßig aufgeführt.

Elif Sözer und Zeynep Özden waren von Oktober 2024 bis Januar 2025 als Tandem im Rahmen der türkisch-deutschen Koproduktionsstipendien, unterstützt von der Allianz Foundation, Stipendiat:innen der Kulturakademie Tarabya und sind im Oktober 2025 sowie von Dezember 2025 bis Januar 2026 im Rahmen eines Verlängerung erneut vor Ort.

Artist Unknown* Ivi was here: Ein Theaterstück von Elif Sözer und Zeynep Özden 

Datum 3., 4. & 17. November 2026
Sparte 15 Jahre Kulturakademie Tarabya
© Laleper Aytek

Mit Artist Unknown* Ivi was here wird im November 2026 eine außergewöhnliche deutsch-türkische Theaterproduktion präsentiert, die in das Programm des renommierten İstanbul Theaterfestivals aufgenommen wurde. Nach ihrer Uraufführung in Athen feiert die Inszenierung ihre Türkei-Premiere am 3. und 4. November bei ARTER sowie am 17. November im Leyla Gencer Kulturzentrum. Die Aufführungen sind zugleich Teil des Jubiläumsprogramms zum 15-jährigen Bestehen der Kulturakademie Tarabya. 

Im Zentrum des Stücks steht die griechische Malerin İvi Stangali. Die 1922 in Istanbul geborene Künstlerin gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des Kunstlebens ihrer Zeit. Sie studierte im Atelier von Bedri Rahmi Eyüboğlu, war Mitbegründerin der Künstlergruppe Onlar und illustrierte frühe Ausgaben der Ilias. Nach ihrer Ausweisung aus der Türkei im Jahr 1964 verschwand sie jedoch nicht nur aus Istanbul, sondern zunehmend auch aus dem kulturellen Gedächtnis und der Kunstgeschichte der Stadt. 

Das von Çiğdem Erdöl verfasste und von Elif Sözer und Zeynep Özden inszenierte Stück begibt sich auf die Suche nach den Spuren dieser verlorenen Biografie. Mit Tilbe Saran, Fulya Peker und Çağdaş Ekin Şişman auf der Bühne entfaltet sich eine vielschichtige Reise durch Erinnerungen, Exil, verschwundene Gemälde, unvollendete Werke und die Brüche eines Lebens zwischen Istanbul und Athen. Dabei wird Artist Unknown* Ivi was here weit mehr als eine Künstlerinnenbiografie: Das Stück fragt danach, wer erinnert wird, wer aus den offiziellen Erzählungen verschwindet und welche Geschichten neu erzählt werden müssen, damit sie nicht verloren gehen. Es verbindet historische Recherche mit zeitgenössischem Theater und schlägt einen Bogen von Istanbul nach Athen, von individuellen Erinnerungen zu kollektiven Erfahrungen von Verlust, Verdrängung und Zugehörigkeit.  

Die Produktion steht zugleich beispielhaft für die nachhaltige Förderarbeit der Kulturakademie Tarabya. Die Regisseurinnen Elif Sözer und Zeynep Özden waren von Oktober 2024 bis Januar 2025 als deutsch-türkisches Künstlerinnen-Tandem im Rahmen des von der Allianz Foundation unterstützten Koproduktionsstipendiums in Tarabya zu Gast und entwickelten in dieser Zeit die Konzeption des Projekts. Nach einer ersten Präsentation beim Sommerfestival der Kulturakademie 2025 wurde das Vorhaben durch ein Aufbaustipendium sowie eine Förderung aus dem Alumni-Fonds weiter begleitet. Die Aufnahme in das Programm des İstanbul Theaterfestivals markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein auf diesem Weg und macht sichtbar, wie nachhaltige künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und der Türkei über mehrere Jahre wachsen können. 

 

Besetzung 

Tilbe Saran
Fulya Peker
Cağdaş Ekin Şişman 

 

Termine

3. und 4. November 2026, 20:30 Uhr, ARTER

17. November 2026, 20:30 Uhr, Leyla Gencer Kulturzentrum

Tickets gibts bei Passo. 

In Kooperation mit dem IKSV Istanbul Theater Festival. 

 

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Uraufführung von Artist Unknown* İvi was here in Athen

Datum 20. September 2026
Sparte Darstellende Kunst
© Goethe-Institut Athen

Am 20. September 2026 feierte die Produktion Artist Unknown* Ivi was here / Sanatçısı Belirsiz* İvi Buradaydı der Kulturakademie-Alumnae Elif Sözer und Zeynep Özden ihre Uraufführung im Stadttheater von Piräus. Das Stück wurde auf Türkisch mit griechischen Übertiteln gezeigt. Nach einer langen Recherche- und Entwicklungsphase, unter anderem während zweier Aufenthalte an der Kulturakademie Tarabya, wurde das Stück in jener Stadt aufgeführt, in der die Malerin İvi Stangali nach ihrer Ausweisung aus der Türkei im Jahr 1964 den Rest ihres Lebens verbrachte.

Die 1922 in Istanbul geborene griechische Künstlerin gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des Kunstlebens ihrer Zeit. Nach ihrer Ausweisung verschwand sie jedoch nicht nur aus Istanbul, sondern zunehmend auch aus dem kulturellen Gedächtnis und der Kunstgeschichte der Stadt.

Unter den Zuschauer:innen waren neben İvi Stangalis Tochter Maya Stangali auch mehrere Istanbuler Griech:innen, die 1964 ausgewiesen worden waren oder Istanbul in den darauffolgenden Jahren verlassen mussten. Die Farben, Wellen und Klänge des Abends führten sie, wie sie im Anschluss berichteten, zurück in ihre Kindheit an der Küste von Kumkapı in Istanbul.

Im Anschluss an die Vorstellung kam Maya Stangali auf die Bühne und verlas einen Brief, in dem sie dem Produktionsteam für die Arbeit dankte. Das Stück sei voller Sensibilität und Poesie – und hätte auch İvi selbst sehr gefallen und sie berührt. Zugleich stellte Maya Stangali in ihrem Brief eine Verbindung zur Gegenwart her: Das Stück erzähle nicht nur von İvi, sondern auch von Menschen, die heute gezwungen sind, ihre Heimat und ihr bisheriges Leben zu verlassen. Gerade die Geschichte eines einzelnen Menschen erinnere daran, dass Geflüchtete auch heute Namen und Geschichten haben sowie ein Recht darauf, gesehen zu werden.

Nach der Uraufführung in Athen feiert das Stück der beiden ehemaligen Koproduktionsstipendiatinnen am 3. November im Rahmen des Istanbul Theatre Festivals seine Türkei-Premiere – an dem Ort, an dem İvi Stangalis Geschichte begann und an dem ihre Spuren nach 1964 zunehmend ausgelöscht wurden.

 

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© Goethe-Institut Athen

© Goethe-Institut Athen

© Goethe-Institut Athen

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