Discipline: Open Studio

Open Studios

Datum 19. September 2026
Sparte Open Studio
© Mete Kaan Özdilek

Am 19. September 2026 öffnete die Kulturakademie Tarabya bereits zum zweiten Mal ihre Tore für die Open Studios. Die aktuellen Stipendiat:innen präsentierten Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Schaffen sowie die während ihrer Residenz entwickelten Projekte. Von Performances und partizipativen Formaten über Videoarbeiten bis hin zu Klang- und Archivprojekten bot der Nachmittag Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Rechercheprozesse der Stipendiat:innen.

Achim Lengerer lud gemeinsam mit dem Journalisten Serkan Seymen zu einer partizipativen Listening Session ein, in der Interviews und Klangaufnahmen aus seiner akustischen Recherche zum Ford-Streik von 1973 in Köln zu hören waren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Solidaritäten zwischen als auch Ausschlüsse von migrantischen und nicht-migrantischen Arbeiter:innen in Westdeutschland und die Nachwirkungen dieser Ereignisse über nachfolgende Generationen hinweg.

Die Koproduktionsstipendiatinnen Gözde Gazioğlu und Füsun Türetken präsentierten mit A House in Kalamış die Geschichte einer dreistöckigen Villa im gleichnamigen Istanbuler Stadtteil , die sich zu einem vielschichtigen Bild der Stadtgeschichte zwischen Osmanischem Reich und Türkischer Republik entfaltet. Namen, Fotografien, Dokumente und Erinnerungen verbinden dabei persönliche und kollektive Geschichte.

Nele Stuhler stellte im Teehaus ihre Arbeit und Recherche vor, die sich spielerisch mit Sprache, Sitzen, Settlement und verschiedenen Formen des Sich-Einfindens auseinandersetzt. Ihre performative Präsentation wurde musikalisch von der Atelier-Galata-Stipendiatin Ruth Kemna begleitet.

Ozan Zakariya Keskinkılıç gab Einblicke in seine poetische Auseinandersetzung mit Schlangen und ihren mythologischen Erzählungen in Istanbul. Ausgehend von der Schlangensäule am Sultanahmet-Platz und den Darstellungen von Medusa bis hin zur Figur der Şahmaran verbindet seine Recherche verschiedene Orte und Geschichten der Stadt. Musikalisch begleitet von Gökçe Uygun, las er Lyrik aus seinem im Oktober erscheinenden Gedichtband binde mich odysseus gleich an die ubahnstange.

Pelin Tan und Özge Çelikaslan präsentierten eine erste Auswahl aus ihrem Forschungsprojekt Video Topographies: Archiving Ecological and Spatial Injustices. Die während ihrer Residenz entstandenen Videoaufnahmen dokumentieren ökologische Zerstörung, räumliche Transformation, Verdrängung und Alltagsleben entlang des Tigris. Abgerundet wurde ihre Präsentation mit einem Panel zu den Themen Katastrophe, Bild, Raum und Zeugenschaft mit Sema Aslan und Servet Kaplan.

Sven Johne zeigte Ausschnitte aus seinem neuen Video Alina, das er während seines Aufenthalts in Tarabya finalisierte. Das Video wird im Oktober in Frankfurt am Main seine Premiere feiern.

Einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung bot Volkan T error mit einer Live-Präsentation eines Ausschnitts aus The Reconstruction Tapes, einer audiovisuellen Serie über die Geschichte und Gegenwart des Istanbuler Stadtteils Aksaray und die eigene Familiengeschichte. Inspiriert von Mixtapes der 1990er-Jahre verbindet die Arbeit Interviews und Field Recordings mit Beats, Loops, Poesie und elektroakustischen Elementen.

Die Open Studios machten damit nicht nur die Vielfalt der künstlerischen Praktiken der aktuellen Stipendiat:innen sichtbar, sondern auch die unterschiedlichen Wege, auf denen ihre Recherchen während des Aufenthalts mit Orten, Geschichten und gesellschaftlichen Fragen in der Türkei in Verbindung treten.

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Open Studios

Datum 16. Mai 2026
Sparte Open Studio
© Mete Kaan Özdilek

Am 16. Mai 2026 öffnete die Kulturakademie Tarabya erstmals ihre Tore für eine Open-Studios-Veranstaltung. Die aktuellen Stipendiat:innen präsentierten dabei die Projekte und Recherchen, an denen sie während ihres bisherigen Aufenthalts in Tarabya gearbeitet haben.

Über den gesamten Nachmittag und frühen Abend hinweg konnten sich die Besucher:innen an verschiedenen Orten auf dem Gelände der historischen Sommerresidenz der deutschen Botschafterin mit den künstlerischen Arbeiten und Forschungsprozessen  der Künstler:innen auseinandersetzen und mit den Stipendiat:innen  ins Gespräch kommen.

Im Atelier stellte Annika Kahrs ihre Recherche zu der Video- und Soundinstallation Pasaj vor. Das in der Kulturakademie angestoßene Projekt wird die Istanbuler Passagen als Orte alternativer Musikkultur von den 1980er- bis in die 2010er-Jahre untersuchen und deren Bedeutung für subkulturelle Gemeinschaften, Musikproduktion und kollektive Identitätsbildung beleuchten

Die Komponistin Anna Korsun, die während ihres Aufenthalts in Istanbul Material für ein neues Werk für Kammerensemble sammelte, präsentierte gemeinsam mit den Musikerinnen des Hezarfen Ensembles Aida Pulake, Gözde Yaşar und Gökçe Bahar Oytun Duyar im Teehaus ihre Komposition sottilissime (2019).

Clarissa Thieme, die im Rahmen eines Aufbau-Stipendiums erneut in Tarabya zu Gast war, zeigte im Matrosenhaus Ausschnitte aus „Save the Amazon – Resumption”. Das Projekt entstand aus einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen Sarajevoer Filmkollektiv und soll im Rahmen ihrer Residenz in Tarabya zu einem transnationalen Netzwerk in die Türkei erweitert werden.

Eva Trobisch, deren neuer Spielfilm Etwas ganz Besonderes (2026) im Wettbewerb der Berlinale Premiere feierte, gab im Gewächshaus Einblicke in ihre Arbeit an der Adaption von Martina Hefters preisgekröntem Roman Hey, guten Morgen, wie geht es dir?. In diesem Kontext stellte sie auch ihre aktuelle Recherche zu Astronomie sowie Performance und zeitgenössischem Tanz vor.

Johannes Vogl präsentierte sein Work-in-Progress-Projekt Tarabya Leuchtturm, das sich mit den urbanen Logistiksystemen Istanbuls auseinandersetzt. Ausgangspunkt der Installation ist ein  traditioneller Verkaufswagen eines Straßenhändlers, aus der ein Leuchtturm-ähnliches Objekt hervorgeht und symbolisch den Containerschiffen auf dem Bosporus den Weg weist. Die Arbeit wird noch bis zum Ende seiner Residenz weiterentwickelt und bleibt in den kommenden Monaten auf dem Gelände der Kulturakademie zu sehen.

Ein besonderer Höhepunkt der Open Studios war die gemeinsame Präsentation der Malerin Sarah Szczesny sowie der Koproduktionsstipendiatinnen Fulya Uçanok und Ulrike Ruf in der Sultansküche. Sarah Szczesny zeigte eine neue Werkserie, die sich auf den Animationsfilm Amentü Gemisi Nasıl Yürüdü (1969) des türkischen Cartoonisten Tonguç Yaşar bezieht und dessen visuelle sowie konzeptuelle Logik in eine malerische und zeitbasierte Praxis übersetzt. Ergänzt wurde die Präsentation durch eine performative Zusammenarbeit mit der elektroakustischen Künstlerin Fulya Uçanok und der Cellistin und Klangkünstlerin Ulrike Ruf. Anschließend gaben die beiden Koproduktionsstipendiat:innen erste Einblicke in ihr gemeinsames Projekt Sonic Portraits, das auf Gesprächen mit Frauen unterschiedlicher Hintergründe basiert und deren Geschichten in Form klanglicher Porträts sichtbar bzw. hörbar macht.

Den Ausklang der Veranstaltung bildete ein gemeinsamer Empfang bei frühlingshaften Temperaturen, der Raum für Austausch und Begegnungen zwischen Künstler:innen, der lokalen Kulturszene und weiteren Gästen bot.

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